Egger-Gruppe vor Fernost-Expansion

21. Februar 2002, 14:09
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100 Millionen-Euro-Anleihe aufgelegt

Wien - Mit 1,51 Mrd. Euro (20,8 Mrd. S) und 4.700 Beschäftigten zählt die Tiroler Egger-Firmengruppe (Holzverarbeitung, Getränke) zu den größten Familienbetrieben mit Stammsitz in Österreich. In der europäischen Spanplattenindustrie hält Egger mit 11 Prozent Marktanteil unter den Top-3 in Westeuropa. Ab dem 25. Februar 2002 zapft Egger über eine Unternehmensanleihe im Volumen von 100 Mill. Euro (1,38 Mrd. S) zum zweiten Mal binnen fünf Jahren den Kapitalmarkt an. Damit sollen die weitere Expansion der Holzindustriesparte (Tochtergründungen, Beteiligungen) finanziert und ein massives Werksneubauprogramm der letzten zwei Jahre refinanziert werden. Mit eigenen Aktien an die Wiener Börse gehen will die als Gruppenholding fungierende Fritz Egger GmbH keinesfalls.

Strategischer Partner für Radlberger gesucht

"Wir sind als Familienunternehmen still groß geworden", sagte für die Eigentümerfamilie Konzernvorstand Michael Egger am Donnerstag vor Journalisten. "Und wir bleiben ein Familienbetrieb." Bekräftigt wurde nur, dass für das Getränkeunternehmen Radlberger ein strategischer Partner gesucht wird, der aus dem Ausland kommen dürfte.

Mit dem Emissionserlös der unter Führung der Investkredit begebenen siebenjährigen Anleihe (Rating "Triple B+", Verzinsung 5 7/8 Prozent) soll nun die "Finanzstruktur nachhaltig optimiert", die Verdopplung der Produktion des Spanplattenwerks Unterradlberg/NÖ (sie kostete in den vergangenen zwei Jahren 140 Mill. Euro) refinanziert und der Ausbau der Möbelteilefertigung am Stammsitz in St. Johann/Tirol finanziert werden. Ein Teil fließt in die Tilgung einer 1997 begebenen ersten Anleihe, die heuer im Sommer ausläuft. Mit dem frischen Geld soll jedoch auch "strategisches Expansionskapital" in die Firmenkassen fließen, wie Konzern-CEO Egger und Ernst Gruber, Finanzchef der Fritz Egger GmbH, ankündigten.

Beitrittskandidaten, China und Japan im Visier

"Damit können wir bei interessanten Projekten zuschlagen, wenn sich etwas bietet." Besondere Zielmärkte der nächsten Jahre sind nun die EU-Beitrittskandidatenländer und Fernost, hier vor allem China und Japan.

Mit ihren 14 Spanplatten-Werken in Europa sowie Vertriebsniederlassungen in den weltweit wichtigsten Industrienationen will die Egger-Holzgruppe im Geschäftsjahr 2001/2002 (per Ende April) mit knapp 4.500 Mitarbeitern konsolidiert 1,156 Mrd. Euro (Vorjahr: 997 Mill. Euro) umsetzen. Nicht konsolidiert bringt es Egger (ohne Bier, AF-Getränke) auf 1,4 Mrd. Euro. Der Gruppen-Cash Flow der Spanplattensparte soll von 112 auf 156 Mill. Euro zunehmen. (APA)

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