Wahrsager - Heiler - Telepathen

22. Februar 2002, 14:23
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Immer mehr Österreicher glauben an "Übersinnliches"

Linz - Österreich ist ein Land für Telepathen, Wunderheiler und Hellseher. Das lässt sich aus dem am Freitag veröffentlichten Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "Spectra" ablesen.

Zwei von drei Österreichern glauben an Übersinnliches

Denn zwei von drei Österreichern glauben an Übersinnliches, ihr Anteil hat seit einer ähnlichen Umfrage vor einigen Jahren zugenommen. Besonders Frauen und Junge können sich der Faszination des Okkulten nicht entziehen.

65 Prozent der Befrageten glaubten an zumindest ein Phänomen

Spectra interviewte im Dezember insgesamt 1.000 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählte Personen und legte ihnen dabei eine Liste mit verschiedenen so genannten übernatürlichen Phänomenen vor, unter anderem "Gedankenübertragung", "Hellsehen", und "Geisterbeschwörung". Die Befragten sollten angeben, von welchen Dingen sie glauben, dass es wirklich gibt. Das Ergebnis: 65 Prozent von ihnen glauben an zumindest eines der vorgelegten Phänomene. Das bedeutet eine Zunahme um fünf Prozentpunkte gegenüber einer ähnlichen Umfrage vor neun Jahren.

Hitliste der okkulten Erscheinungen ist die "Telepathie"

Die Hitliste der okkulten Erscheinungen wird von "Telepathie" angeführt. Für 41 Prozent der Österreicher ist es somit nicht erstaunlich, dass zwei Menschen Gedanken austauschen, ohne sich im herkömmlichen Sinn zu verständigen. Knapp ein Drittel der Befragten hält "Wunderheilungen" - beispielsweise durch Handauflegen oder Energieübertragung - sowie übersinnliche Wahrnehmungen und Erfahrungen für möglich.

Ein Viertelder glaubt an "Hellsehen und Wahrsagen"

Rund ein Viertel glaubt an "Hellsehen und Wahrsagen" und "Telekinese", also das Bewegen oder Verbiegen von Gegenständen ohne offensichtliche Fremdeinwirkung. Etwas geringer ist mit 20 Prozent Anteil der Glaube an "magische Kräfte", "Wiedergeburt" (18 Prozent) und die Möglichkeit der "Kontaktaufnahme mit Verstorbenen" (16 Prozent). Alle genannten Phänomene verzeichneten im Vergleich zur Umfrage im Jahr 1993 einen Anstieg um drei bis sechs Prozent - mit einer Ausnahme: Die "magischen Kräfte" blieben in ihrer Überzeugungskraft unverändert. Schon viel weniger überzeugt zeigten sich die Österreicher anlässlich der jüngsten Umfrage von "Geisterbeschwörung", "Hexerei" und "Exorzismus, Teufelsaustreibung". Daran glauben kaum zehn Prozent der Befragten.

Besonders Frauen und Junge zeigen einen Hang zum "Übernatürlichen"

Personen, die für "Übersinnliches" empfänglich sind, glauben an im Durchschnitt drei der genannten Phänomene. Besonders Frauen und Junge zeigen einen Hang zum "Übernatürlichen": Drei von vier Frauen sowie 70 Prozent der 15- bis 29-Jährigen sind überzeugt, das es bestimmte parapsychologische Dinge gibt. Die ältere Bevölkerung steht dagegen Übernatürlichem eher reserviert gegenüber.

Bildung hat wenig Einfluß auf Meinung zum Übersinnlichen

Interessant ist die Entwicklung in den Bildungsschichten. Während vor neun Jahren eine klar überdurchschnittliche Zuwendung zu okkulten Themen bei der Bildungselite festzustellen war, gibt es nun hinsichtlich der Bildung so gut wie keine Unterschiede mehr beim Glauben an überirdische Phänomene. Im Gegenteil: Personen mit einfacher Schulbildung haben an Empfänglichkeit für derartige Dinge zugelegt, der Anteil der Personen mit höherer Bildung leicht abgenommen. (APA)

Umfrage: Glauben Sie an übersinnliche Kräfte? Halten Sie Wahrsager, Heiler und Telepathen für besuchenswert oder ist Ihnen allein der Gedanke daran schon unheimlich? Was denken Sie über das Übersinnliche...

Grafik: Phänomene an die Österreicher glauben
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