Überflüssige Kilos verlieren

21. Februar 2002, 12:48
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Neues Medikament verspricht Gewichtsreduktion um zehn Prozent in sechs Monaten

Salzburg - Seit zehn Monaten wird in Salzburg ein neues auf das zentrale Nervensystem wirkendes Medikament zum Abnehmen eingesetzt. Nun liegen erste Erfahrungsberichte damit bei krankhaft übergewichtigen Personen vor.

Kontrollgruppe verlor nur drei Prozent

Die PatientInnen hätten in sechs Monaten etwa zehn Prozent ihres Körpergewichtes verloren, erläuterte Univ.-Prof. Friedrich Hoppichler, Vorstand der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder am Donnerstag in Salzburg. Die Kontrollgruppe, die nur mit Diät und Sportprogramm behandelt wurde, nahm im Vergleich etwa zwei bis drei Prozent des Gewichtes ab.

Mehr Kalorien werden verbrannt

Das Medikament Reductil wirkt auf das zentrale Nervensystem, erzeugt ein Sättigungsgefühl und erhöht den Grundumsatz: Bei gleicher Aktivität werden mehr Kalorien verbrannt. Als "Wundermittel" will Hoppichler, der auch Präsident der Österreichischen Adipositas-Gesellschaft ist, das Medikament jedoch nicht bezeichnen.

Es helfe nur, wenn mit der Einnahme auch eine dauerhafte Verhaltensänderung einher gehe. Die Ernährung müsse umgestellt und ein Sportprogramm gestartet werden. Er verstehe das Medikament als "Kick", wenn man nach dem 25. erfolglosen Diätversuch wieder mit dem Abnehmen starten wolle. Reductil sei vor allem für "Kohlenhydrat-EsserInnen" geeignet. Die nächtlichen Attacken auf den Kühlschrank würden dadurch verhindert. Sechs Monate nennt Hopplicher als Mindesteinnahme-Dauer. In diesem Zeitraum könne ein/e PatientIn seinen/ihren Lebensstil erfolgreich und dauerhaft ändern.

Gesundheitsrisiko Übergewicht

Krankhaftes Übergewicht sei kein kosmetisches, sondern ein erhebliches gesundheitliches Problem, warnt Hoppichler. Es gebe ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Aber auch die Gefahr, Depressionen oder orthopädische Probleme zu bekommen, steige mit dem Gewicht. "Zehn Kilogramm mehr bedeutet eine 30 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen", sagte der Mediziner. (APA)

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