EKG-Software zur Früherkennung von Vorhofflimmern entwickelt

21. Februar 2002, 14:30
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ARC Seibersdorf: Herz-Patienten und Ärzte bekommen dadurch bessere Therapiemöglichkeiten

Seibersdorf/Graz - Der Bereich Medizintechnik von ARC Seibersdorf research hat eine weltweit einzigartige Software für EKG-Geräte zur Früherkennung von bevorstehendem Vorhofflimmern entwickelt. Herz-Patienten und Ärzte bekommen dadurch bessere Therapiemöglichkeiten. Weiters wird die Auswahl von Herzschrittmachern erleichtert und das Risiko für Nachwirkungen chirurgischer Herzeingriffe verringert. Die Universitätsklinik in Graz unterzieht die Software einer Studie, Hersteller von medizinischen Geräten haben bereits jetzt reges Interesse an der Entwicklung.

Vorhofflimmern ist eine ernstzunehmende und relativ häufige Krankheit des Herzens. Es kann plötzlich auftreten und bis zum Schlaganfall und zu Herzversagen führen. Über ein Drittel aller herzrhythmus-bedingten Krankenhauseinweisungen entfallen auf Vorhofflimmern, das sind in Österreich pro Jahr mehrere Tausend Patienten. Mit den zur Zeit eingesetzten Geräten kann Vorhofflimmern jedoch schlecht vorhergesagt werden: Die zur Zeit eingesetzten Langzeit-EKGs haben eine schlechte Empfindlichkeit gegenüber Vorhofflimmern und liefern daher nur sehr ungenaue Diagnosen. Implantierbare Geräte, sogenannte Loop-Recorder, sind zwar qualitativ besser, jedoch extrem teuer. Diese medizintechnischen Probleme erschweren es behandelnden Ärzten, die passende Therapie zu finden.

Vollautomatische EKG-Analyse schafft Abhilfe

Mit der Entwicklung einer speziellen Diagnose-Software für EKG-Geräte hat jetzt ein Forscherteam um Günter Schreier vom Geschäftsfeld Biosignalverarbeitung und Telemonitoring von Seibersdorf research mit Standort in Graz eine Lösung für dieses Problem erarbeitet. Die Software hat gegenüber ähnlichen Entwicklungen in anderen Ländern die höchste Vorhersage-Genauigkeit des Vorhofflimmerns und ist damit in ihrer Art weltweit einzigartig. Mit der Grazer Software konnte der höchste Prozentsatz der richtig diagnostizierten Patienten erreicht werden. Das neue Diagnoseinstrument, technisch gesehen ein Algorithmus, führt eine computerisierte, vollautomatische EKG-Analyse durch. Die Auswertung kann sowohl online, also während der EKG-Aufzeichnung - in Zukunft auch sogar innerhalb eines Herzschrittmachers -, oder offline, das heißt nach der Aufzeichnung, erstellt werden. (red)

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