Terror-Schlag gegen den Papst?

21. Februar 2002, 11:59
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Italienische Ermittler nehmen in Triest 15 Pakistanis fest - US-Behörden danken

Rom/Triest - Die Sorge vor terroristischen Attentaten wächst in Italien. In Triest wurden am Dienstag 15 Pakistanis als mutmaßliche Mitglieder eines Kommandos festgenommen, das angeblich einen Anschlag gegen den Papst plante, berichtete die Triestiner Tageszeitung "Il Piccolo" am Donnerstag. Bei einem Verdächtigten wurde eine Landkarte gefunden, auf der die Strecke Tunesien-Triest-Vatikan markiert war.

Die 15 Pakistanis waren illegal über Tunesien nach Italien eingereist. Sie hatten sich als Matrosen verkleidet auf einem tunesischen Schiff eingeschmuggelt. Nach einem Bericht des italienischen Geheimdienstes an das römische Innenministerium hatte ein Hisbollah-Kommando bereits im April 1997 ein Attentat gegen den Papst geplant.

Die in Triest festgenommenen Pakistanis könnten auch von denselben römischen Ermittlern vernommen werden, die vor zwei Tagen vier Marokkaner festgenommen hatten. Diese werden verdächtigt, einen Giftanschlag gegen die US-Botschaft in Rom geplant zu haben. Im Besitz der Verdächtigen, alle im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, wurden vier Kilogramm zyanidhaltiger Chemikalien, Stadtpläne von Rom sowie gefälschte Einreisepapiere und Knallkörper gefunden. Das Gift und die Markierungen auf den Stadtplänen bestärkten bei den Ermittlern den Verdacht, dass der Anschlag auf die US-Botschaft auf der Via Veneto geplant war.

Die amerikanischen Behörden dankten Italien für den "außerordentlichen Einsatz der italienischen Sicherheitskräfte" zum Schutz der Botschaft. Auch der für die italienischen Geheimdienste zuständige Minister Franco Frattini hob die Arbeit der Ermittler hervor. Diese beklagten jedoch den Eklat um die Verhaftung der vier Marokkaner. Die Festnahme hätte geheim bleiben sollen, beschwerte sich der zuständige Staatsanwalt Salvatore Vecchione. Auf noch ungeklärte Weise sei die Nachricht an die Medien durchgesickert, was den noch laufenden Untersuchungen großen Schaden zufügen könnte. Der Staatsanwalt eröffnete sogar ein Verfahren, um zu klären, von wem die Presse über die Festnahme der Verdächtigten erfahren habe.(APA)

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