Lkw-Maut hilft Wirtschaft auf die Sprünge

22. Februar 2002, 10:54
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Wifo: 5.700 Jobs für 25 Cent - Wirtschaft wächst um 0,15 Prozent

Wien - 25 Cent (3,44 S) pro schwerem Lkw und Kilometer - so lauten derzeit die Pläne für die Lkw-Maut auf Österreichs Autobahnen ab Mitte 2003. Für den heimischen Straßenbau wird diese Maßnahme nach Plänen der Asfinag bereits im Folgejahr rund 600 Mill. Euro einbringen. Laut einer jüngsten Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) wird dadurch aber nicht nur das heimische Straßennetz profitieren. "Die Einführung der Lkw-Maut sorgt für neue Jobs, für ein erhöhtes Wirtschaftswachstum und für mehr Umweltschutz", so Wifo-Experte Kurt Kratena am Donnerstag in einer Aussendung.

Wie eine Wirtschaftssimulation des Wifo ergeben hat, würde sich bei der geplanten Mauthöhe das Bruttoinlandsprodukt 2004 allein durch durch die Einführung des Road-Pricings zusätzlich um 0,15 Prozent erhöhen. Dank der Beschleunigung des Wirtschaftswachstums würden am heimischen Arbeitsmarkt 5.700 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Arbeitslosenquote ginge dadurch um 0,2 Prozentpunkte zurück, so das Wifo.

Preise steigen um 0,20 Prozent

Die von vielen befürchtete Teuerung bei Produkten wird sich nach Einschätzung des Wirtschaftsforschers hingegen relativ gering halten. Laut Simulation steigen auf Grund von 25 Cent Lkw-Maut die Preise um 0,20 Prozent. Relativ stark verteuern sich Produkte der Stein-, Glas- und Bergbauindustrie sowie der erdölverarbeitenden Industrie.

Profitieren von der Maut wird laut Kratena in erster Linie die Bauwirtschaft. Wachstumseinbußen erleidet laut Simulation hingegen insbesondere die Chemieindustrie. Die Kostenbelastung durch die Einführung der Lkw-Maut beeinträchtigt Produktionsstandorte im Burgenland relativ am stärksten, während sie für Wien und Vorarlberg die geringsten Effekte hat .

Verkehrssituation verbessert sich

Positive Auswirkungen erwartet sich das Wifo auf die Verkehrssituation. Die Lkw-Maut verteuere den Straßengüterverkehr auf dem hochrangigen Straßennetz entsprechend der zurückgelegten Strecke. Für das Transportgewerbe bringe dies einen "Anreiz zur besseren Auslastung des Transportraums", so Kratena. Außerdem werde die Wettbewerbsstellung der Bahn gestärkt.

Die Belastung der Umwelt und der Straßen durch den Lkw-Verkehr sollte also durch die Lkw-Maut verringert werden. Lärm- und Schadstoffemissionen sollten zurückgehen, so die Einschätzung.

Negativ für den Außenhandel

Negativ wirkt die Maut hingegen auf den Außenhandel Österreichs. Die relative Verteuerung der Inlandsproduktion und die Stärkung der heimischen Endnachfrage bewirkten einen Rückgang der Exporte und einen Importzuwachs, so das Wifo. In Zahlen ausgedrückt verschlechtert sich die Zahlungsbilanz - ohne die Mauteinnahmen von ausländischen Lkw und Bussen und berechnet nach Preisen von 2004 - um rund 80 Mill. Euro.

Von den 600 Mill. Euro Einnahmen aus der Lkw-Maut 2004 sollen laut Wifo-Simulation 58 Prozent und damit der Großteil auf den Verkehr innerhalb Österreichs entfallen. 14 Prozent kommen auf den Einfuhr-, 12 Prozent auf den Ausfuhrverkehr und 16 Prozent auf den Transitverkehr in- und ausländischer Lkw. Rund 27 Prozent der Mauteinnahmen werden von Transporten mit ausländischen Lkw aufgebracht werden.(APA)

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