Bakterien können extremen Druck aushalten

21. Februar 2002, 20:00
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Bessere Überlebenschancen im All errechnet

Washington - Extremer Druck auf fremden Monden und Planeten ist neuen Laborversuchen zufolge kein Hindernis für außerirdisches Leben. Gewöhnliche Bakterien können auch unter dem Druck von 50 Kilometern Gestein noch überleben. Über diese Beobachtung berichten Anurag Sharma und James Scott von der Carnegie Institution in Washington (USA) in der Fachzeitschrift "Science" (Bd. 295, S. 1541). Bisher galten derartige Bedingungen als so unwirtlich, dass lediglich wenige, besonders angepasste Bakterienarten sie aushalten können.

Die Forscher nutzen eine Druckzelle mit Diamantstempeln, die einen Druck bis zu 1.680 Megapascal erzeugen können. Das entspricht etwa dem 16.000fachen Normaldruck, alles Wasser wird dabei zu kompaktem Eis. Diesen Extrembedingungen setzten Scott und Sharma gewöhnliche Darmbakterien (Escherischia coli) und Mikroorganismen der Art Shewanella oneidensis aus. Beide Bakterienstämme überlebten und zeigten sogar Stoffwechselaktivität.

Der Druck in der Kammer entsprach in etwa den Bedingungen in 50 Kilometern unter der Erdoberfläche oder 160 Kilometer tief in einem hypothetischen Ozean. "Diese Bedingungen gelten typischerweise als unwirtlich", erläuterte Sharma. Die Beobachtung weite daher den möglichen Lebensraum von Mikroorganismen erheblich aus. Ein entsprechender Druck würde Leben tief unter den Eispanzern der Jupitermonde Europa, Callisto oder Ganymed oder weit unterhalb der Marsoberfläche nicht mehr ausschließen. (APA)

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