Vergleichstest: Premium-Postsendungen nur fallweise schneller

21. Februar 2002, 14:36
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Extra Behandlung erfolgt lediglich in den Verteilungszentren - Post-Sprecher: Untersuchungen im Gange

Wien - Wenig positive Ergebnisse brachte ein Vergleichstest des Verbrauchermagazins "Konsument" zwischen Premium-Sendungen und "normal" verschickten Briefen. Nur in sieben von 20 Fällen kamen Premium-Briefe früher an als Standardsendungen. Einmal erreichte die deutlich teurere Premium-Sendung ihr Ziel sogar um einen Tag später als der normal aufgegebene Brief, heißt es in der März-Ausgabe des Magazins.

"Premium"rentierte sich nur bei einem Drittel der Sendungen

Seit Herbst 2001 bietet die Post für Inlandsbriefe das so genannte Premium-Service. Diese Versandart wird als ideale Übermittlungsform beworben, wenn es einmal eilt. Rentiert hat sich der höhere Preis für die spezielle Versandart bei der Untersuchung allerdings nur bei einem Drittel der Sendungen. Und das, obwohl ein Premium-Brief bis 20 Gramm samt Frankierung mit 1,96 Euro (26,97 S) fast vier Mal so viel kostet wie eine nicht bevorzugt behandelte Sendung.

Extra Behandlung erfolgt lediglich in den Verteilungszentren

Laut "Konsument" werden Premium-Briefe weder frühzeitig aus den Briefkästen genommen, noch separat zugestellt. Die Extra-Behandlung erfolge lediglich in den Verteilungszentren, wo die Premium-Sendungen von der restlichen Post getrennt werden. Dadurch erfolge eine schnellere Bearbeitung, wodurch die Zustellung für den nächsten Tag mit hoher Sicherheit gewährleistet sein soll. Garantie übernimmt die Post dafür jedoch keine.

"Untersuchungen sind im Gange"

Auch wenn die Post versucht, Premium-Sendungen vorrangig zu behandeln, funktioniert das System "nicht immer", reagierte der Sprecher des Unternehmen, Michael Homola, auf den wenig schmeichelhaften Test der Zeitschrift "Konsument". Derzeit seien Untersuchungen im Gange, welche die Schwachstellen aufdecken sollen.

Wo die Probleme bei dem Ende Oktober 2001 eingeführten System liegen, sei noch nicht geklärt, so Homola: "Es ist unser Ziel, dass alle Premium-Sendungen möglichst am nächsten Tag zugestellt werden, 100 Prozent werden wir aber nicht erreichen können".

Falls es länger dauert, bietet die Post eine "Wiedergutmachung". "Kommt der Brief nachweislich erst nach zwei bis drei Tagen, bekommt man ein Ersatzpickerl", erklärte Homola. Mit diesem Pickerl kann dann eine weitere Premium-Sendung abgefertigt werden...(APA)

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