Leitl: "Österreich beim Skifahren Nummer Eins"

21. Februar 2002, 11:12
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Wirtschaftskammer -präsident besucht Österreich-Haus in Salt Lake City - Jedes fünfte Paar "Import-Ski" auf US-Pisten kommt aus Österreich

Washington - Trotz erst einer Goldenen liegt Österreich bisher beim Ranking nach amerikanischer Methode, wo alle Medaillen zusammengezählt werden, an vierter Stelle, tröstet der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, das österreichische Sportteam bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City. "Und in der wirtschaftlichen Nationenwertung sind wir beim Skifahren Nummer Eins", zeigt sich Leitl stolz auf die Erfolge der heimischen Sportindustrie.

80 Prozent der in Österreich produzierten Skier werden exportiert, der Weltmarktanteil der österreichischen Ski liege bei über 50 Prozent, erklärte Leitl auf dem Weg zur Olympiade bei einem kurzen Zwischenstopp am Mittwoch in Washington gegenüber der APA.

Skifahrer anfeuern

Bei den Olympischen Winterspielen will Leitl die Skifahrer bei den Riesentorlauf-Bewerben anfeuern und einige Gespräche mit Wirtschaftsvertretern führen. Das von der Wirtschaftskammer traditionell finanzierte Österreich-Haus sieht der Präsident als Treffpunkt für Sport und Wirtschaft, wo das Tourismusland Österreich seine Gastfreundlichkeit unter Beweis stellen könne. Begleitet wird Leitl bei seinem Olympia-Besuch von Wirtschaftskammer-Vizepräsident Richard Schenz und dem Chef der Außenwirtschaft, Egon Winkler.

Die Amerikaner seien eine "sportbegeisterte Nation" und hätten die Spiele bisher trotz aller notwendiger Sicherheitsmaßnahmen perfekt organisiert, freut sich Leitl. Die Olympischen Spiele sieht der WKÖ-Präsident als "Symbol des Friedens in einer nicht sehr friedlichen Zeit".

Hoffnung auf neuen Auftrieb

Durch die Olympiade hofft der Oberösterreicher auf neuen Auftrieb für Österreichs Ski-, Sportartikel- und Tourismuswirtschaft am amerikanischen Markt. Die breite Berichterstattung über die Bewerbe könne den Verkauf von Ski- und Wintersportprodukten ankurbeln. Österreich punkte mit hoher Qualität und Sicherheit der Produkte und einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis, meint Leitl: "Es gibt billigere, aber nicht bessere".

Gemäß einer Studie der Außenwirtschaftsorganisation (Außenhandelsstelle New York) ist beinahe die Hälfte der amerikanischen Skifahrer in der zahlungskräftigen Gruppe mit einem Haushaltseinkommen von über 75.000 Dollar im Jahr zu finden. In jeder der vier Kategorien Ski, Skischuhe, Bindungen und Skistöcke ist der US-Markt in den vergangenen Jahren gewachsen. Im Jahr 2000 kamen 230.000 Paar Ski um rund 15,9 Mill. Dollar (18,3 Mill. Euro/252 Mill. S) aus Österreich in die USA, was bei Gesamtimporten von rund 860.000 Paar Ski einem Anteil von mehr als 21 Prozent entspricht. Jedes fünfte importierte Paar Ski kommt damit aus Österreich.

Die Ausgaben für Wintersportausrüstung sind in den letzten Saisonen seit 1994/95 kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2000 gaben die ski-begeisterten US-Konsumenten für Skier durchschnittlich 333 Dollar aus. Am stärksten profitierte insgesamt der Bereich Bekleidung - das Outfit auf der Piste und beim Apres-Ski wird offenbar immer wichtiger.(APA)

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