BSA meldet Coup gegen Internet-Piraten

21. Februar 2002, 13:38
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Hausdurchsuchungen in ganz Österreich führten zum Erfolg - "Geprellter Kunde" brachte Fahnder auf die Spur

Die Business Software Alliance (BSA) meldet einen großen Schlag gegen einen Raubkopierer-Ring in Österreich. Anfang Februar hatte die Wirtschaftspolizei im Kampf gegen Internetpiraterie vier Hausdurchsuchungen, gleichzeitig an verschiedenen Standorten in Österreich, durchgeführt und deckte einen professionellen Internet-Piraten-Ring auf. Das Ausmaß des verursachten Schadens ist derzeit noch nicht abschätzbar.

Geprellter Kunde lieferte die Hinweise

Ausgangspunkt war ein Hinweis auf der Webseite der Business Software Alliance (BSA), dem internationalen Verband für den Urheberschutz von Software: ein "geprellter" Kunde, der im Internet Originalsoftware bestellen wollte, lieferte Informationen über einen Webshop, der illegal kopierte Software vertreibt.

Über 1.000 CD-ROMs beschlagnahmt

Die BSA leitete diesen Hinweis sofort an ihre Rechtsvertreter weiter, welche Strafverfolgungsantrag stellten. Bei den nach intensiven Erhebungen durch das Gericht bewilligten Hausdurchsuchungen wurden über 1.000 CD Roms mit Raubkopien der verschiedensten Softwarehersteller beschlagnahmt.

Pro Monat 7.000 Euro Umsatz

Der Kopf des Piraten-Rings hat sich bereits vor einem Jahr nach Costa Rica abgesetzt. Von dort aus hielt er den Webshop am Laufen und verwaltete die Bestellungen der Kunden. Die Mittelsmänner in Österreich kopierten die CDs und verschickten diese an die Kunden; auch ein Zulieferant an die Mittelsmänner konnte im Zuge der Hausdurchsuchungen ermittelt werden. Pro Monat warf der Webshop einen Umsatz von rund 7.000 Euro (rund 96.000 Schilling) ab.

Gut organisierter Piraten-Ring

Um ihre Machenschaften zu verdecken, bediente sich der gut organisierte Piratenring verschiedenster Hilfsmittel: falsche Namen und Adressen, mehrere Bankkonten und anonyme Web-Mail-Accounts für die Kommunikation untereinander. Die BSA hat mehrfach Unterlassungs-Schreiben, sog. takedown-notices, an den Webshop gerichtet: der Piratenring ignorierte jedoch diese Schreiben und errichtete den Webshop einfach mit Hilfe eines Redirect-Service unter neuen URLs.

Mitteilung aus Costa Rica

Nur einige Stunden nach der Hausdurchsuchung erhielten alle Kunden, die im Webshop Software bezogen haben, eine E-Mail aus Costa Rica mit der Nachricht, dass der Vertrieb aufgedeckt wurde und dass sie alle Unterlagen, die sie belasten könnten, vernichten sollen. Gegen alle Beteiligten des Piraten-Rings werden rechtliche Schritte eingeleitet; diese haben nun mit Schadenersatzzahlungen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen.

"Internet-Piraterie ist ein ernstes Problem"

"Internetpiraterie ist ein ernstes Problem, mit vielen Nachteilen für die Konsumenten", gibt Georg Herrnleben, Regional Manager der BSA für Zentraleuropa, zu bedenken. "Die sehr bestimmte Vorgehensweise, die wir anwenden, um das Internet von illegalen Angeboten zu säubern, soll End-Anwender davor schützen, Opfer von Fälschern und Betrügern zu werden. Der beschriebene Fall sorgt für eine zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Internetpiraterie." (red)

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