Gewinnwarnung zurückgenommen

21. Februar 2002, 19:10
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Wiener Städtische Versicherung zahlt für 2001 unveränderte Vorzugsdividende

Wien - Der Gewinnwarnung im Herbst vorigen Jahres folgte am Donnerstag die Entwarnung. Wie der Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung, Günter Geyer, in einer Pressekonferenz mitteilte, hat das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) 2001 etwa das Niveau vom Jahr davor (19,66 Mio. Euro) erreicht. Daher werde die Dividende auf Vorzugsaktien mit 2,18 Euro (30 S) je Aktie unverändert gelassen. Heuer will Geyer wieder Gas geben und das EGT auf 36 Mio. Euro steigern.

Das Prämienvolumen der Wiener-Städtische-Gruppe erhöhte sich im abgelaufenen Jahr um 11,2 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro. Die stärksten Wachstumsimpulse gingen vom Auslandsgeschäft aus, dessen Prämienvolumen mit 687 Mio. Euro um 31,3 Prozent höher lag als im Jahr davor. Geyer wies darauf hin, dass die Wiener Städtische in neuen Ländern mit insgesamt zwölf Gesellschaften vertreten ist. Von den 12.000 Beschäftigten der Gruppe entfallen 5000 auf das Ausland.

Inlandsgeschäft

Im Inland stieg der Prämienumsatz der Gruppe um 6,8 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro.

Bei der Wiener Städtischen AG überschritten die Prämieneinnahmen im Vorjahr erstmals die 20-Mrd.-S-Grenze. Mit 1,46 Mrd. Euro waren sie um 4,8 Prozent höher als 2000. Die Versicherungsleistungen stiegen um 6,6 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro.

In der Schaden-Unfall-Versicherung lag die Wiener Städtische mit einem Prämienplus von 6,9 Prozent (auf 616,4 Mio. Euro) deutlich über dem Marktwachstum, sagte Geyer. Auch mit dem Schadensverlauf zeigte er sich zufrieden. Weil Feuer-Großereignisse und Unwetterschäden ausgeblieben waren, reduzierten sich die Versicherungsleistungen hier um 11,1 Prozent auf 407,8 Mio. Euro.

In der Krankenversicherung erhöhten sich die Prämieneinnahmen um 3,4 Prozent auf 253,3 Mio. Euro, in der Lebensversicherung um 3,3 Prozent auf 585,9 Mio. Euro.

Entlastung im Kostenbereich

Mit Befriedigung registrierte Geyer die Entlastung im Kostenbereich. Insgesamt verringerten sich Sach- und Personalaufwand um 5,2 Prozent auf 274,5 Mio. Euro. Kündigungen habe es keine gegeben. Das Finanzergebnis war, so Geyer, von den Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten geprägt und sank um 14,7 Prozent auf 308,6 Mio. Euro. Von den gesamten Kapitalanlagen in Höhe von 6,7 Mrd. Euro entfielen 53 Prozent auf Wertpapiere, 22 Prozent auf Darlehen, zwölf Prozent auf Beteiligungen, knapp elf Prozent auf Immobilien und der Rest auf liquide Mittel.

Für heuer erwartet Geyer im Inlandsgeschäft eine Steigerung des Prämienvolumens um drei bis fünf Prozent.

Im Auslandsgeschäft sollte es ein Plus von 20 Prozent geben, was die Prämieneinnahmen auf 831,8 Mio. Euro ansteigen ließe. Derzeit werde der Markteintritt in Serbien und Bulgarien geprüft. Auch in Norditalien will sich die Wiener Städtische stärker engagieren. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 22.2.2002)

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