Die Fernsehdiät

21. Februar 2002, 19:41
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"Ich liebe Sauerbraten!" - Die Kampfrhetorik einer deutschen Grünpolitikerin - 21. Februar 2002

"Ich liebe Sauerbraten!" - bei Harald Schmidt wird die Kampfrhetorik einer deutschen Grünpolitikerin einer beinharten Analyse unterzogen. Und wir Veganer werden mit unserem womöglich künstlich frühreifen, chemisch immunisierten oder zumindest einmal im Leben schockgefrorenen Obst vor dem TV-Gerät der Fernsehköche nicht mehr froh. Und dann das - dann führen sie uns auch noch eine ganz andere, gemeinhin verborgene Seite der in Verruf geratenen, blutleeren Nahrungsmittel vor:

In einer hochbrisanten Boulevardreportage begleiteten wir kürzlich einen deutschen Physiker in sein verstecktes Kellerlabor, wo alsbald seltsam verzerrte Töne den Raum erfüllten. Der Mann traktiert nämlich - zu Forschungszwecken versteht sich - pralle Tomaten, zarte Möhrchen und anderes verängstigtes Gewächs mit scharfen Gegenständen, bis es schreit.

Diese Schreie, so wurden wir belehrt, basieren auf einer speziellen Gasentwick- lung, welche sich akustisch umwandeln beziehungsweise messen lässt (oder so ähnlich). Und dem Spaß liegt ein hochseriöses Erkenntnisinteresse zugrunde.

Zum Beispiel hat der Mann herausgefunden, dass scheinbar friedliebendes Obst sich mitunter reichlich schlecht verträgt. Dass sozusagen in der Obstschale ein ziemliches Geplärre herrscht, wenn wir den aufpolierten Apfel neben der krummen Banane platzieren und Letztere auf diese ungebetene Gesellschaft - sozusagen psychosomatisch - mit Schnellbräunung reagiert. Was also essen wir morgen? (irr/DER STANDARD; Print-Ausgabe, 21. Februar 2002)

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