EU-Nein zu Bushs Kyoto-"Alternative"

25. Februar 2002, 18:49
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Vorschläge nicht ausreichend, um den weltweiten Klimawandel zu bekämpfen - auch US- Wissenschafter dagegen

Madrid- Die Europäische Union hat den Alternativplan der US-Regierung zum Umweltschutzprotokoll von Kyoto abgelehnt. Die Vorschläge von US-Präsident George W. Bush seien insgesamt nicht ausreichend, um den weltweiten Klimawandel zu bekämpfen, betonten der EU-Ratspräsident und spanische Umweltminister Jaume Matas sowie die EU-Umweltkommissarin Margot Wallström am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung in Madrid.

Das Kyoto-Protokoll sehe vor, dass die Industriestaaten den Ausstoß von Treibhausgasen verringerten. Demgegenüber ließen die Bush-Vorschläge eine Steigerung der Emissionen zu. Der US-Plan könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein, wenn Washington die vorgeschlagenen freiwilligen Maßnahmen zur Pflicht machen würde.

US-Wissenschafter dagegen

Der Nobelpreisträger Mario J. Molina meinte ebenfalls, der US-Plan enthalte große Schwächen. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass man die drohende Klimakatastrophe mit freiwilligen Maßnahmen abwenden könnte, sagte der mexikanische Chemiker der spanischen Zeitung "El Pais". "Der Plan enthält allerdings auch positive Elemente wie die Schaffung von Anreizen zur Nutzung alternativer Energieformen". Die meisten US- Wissenschaftler lehnten den Plan Bushs ab, sagte der in den USA lebende Chemiker, der 1995 für seine Arbeiten über die Ursachen des Ozonlochs den Nobelpreis für Chemie erhalten hatte.

Der Alternativplan sieht im Kern vor, dass die drohende weltweite Klimakatastrophe mit freiwilligen Maßnahmen und Steueranreizen verhindert werden soll. Bush hatte trotz massiver internationaler Proteste dem Kyoto-Vertrag eine Absage erteilt. Das Abkommen verlangt eine Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent unter den Stand von 1990. (APA/dpa)

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