Mordprozess gegen belgischen Pastor: Pandy bestreitet alle Vorwürfe

21. Februar 2002, 14:35
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Seine Tochter, die Beihilfe bereits gestanden hat, "hätte gelogen"

Brüssel - Im Prozess um die Ermordung von sechs Familienmitgliedern durch einen Pastor in Belgien hat der Angeklagte alle Vorwürfe von sich gewiesen. Er habe niemanden ermordet und auch keine sexuellen Beziehungen zu seinen Töchtern gehabt, sagte der 75-Jährige am Mittwoch vor dem Brüsseler Schwurgericht. Seine Tochter, die ihn vor Gericht schwer belastet hatte, habe gelogen.

Der aus Ungarn stammende Pastor steht im Verdacht, seine beiden Ehefrauen, zwei seiner Söhne und zwei Stieftöchter umgebracht zu haben. Sie waren zwischen Juli 1986 und April 1988 nach und nach spurlos verschwunden. Der Pastor versicherte, seine Frauen und Kinder seien von selbst "weggegangen". Er wisse nicht, wohin.

Pastoren-Tochter unter Anklage

Mitangeklagt ist die 44-jährige älteste Tochter des Pastors. Sie sagte aus, sie habe dem Vater beim Mord an den Familienangehörigen geholfen. Anschließend hätten sie die Leichen zerstückelt und in Säure aufgelöst. Die Leichen wurden nie gefunden.

Menschliche Überreste in der Pastoren-Wohnung gefunden

In drei Brüssler Wohnungen des Pastors wurden zwar menschliche Überreste gefunden, die laut Genanalysen aber nicht von den verschwundenen Familienmitgliedern stammten. Die Ermittler vermuten daher, dass der Pastor noch andere Morde auf dem Gewissen hat.

Am Dienstag hatte die Tochter berichtet, sie hätte auf Anweisung des Vaters auch dessen Stieftochter Timea töten sollen. Dieser Mordversuch misslang, die Frau lebt heute in Ungarn. Sie soll als Zeugin vernommen werden. (APA)

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