Oppositionspolitiker in Madagaskar will Machtübernahme verschieben

21. Februar 2002, 16:36
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"Besser auf kommenden Dienstag warten"

Antananarivo - Für eine Verschiebung der für Freitag angekündigten Machtübernahme in Madagaskar durch Oppositionsführer Marc Ravalomanana haben sich andere Vertreter der Opposition ausgesprochen. Es wäre "besser", damit bis kommenden Dienstag zu warten, sagte der Pastor Daniel Rajakoba am Donnerstag auf einer Massenkundgebung in der Hauptstadt Antananarivo. Er ist einer von vier Kandidaten, die beim ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl Mitte Dezember erfolglos waren.

Gewonnen hatte damals Wahlbeobachtern zufolge mit 50,5 Prozent der Stimmen der Bürgermeister der Hauptstadt, Ravalomanana. Amtsinhaber Didier Ratsiraka erzielte demnach nur 37,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ratsiraka erkannte das Ergebnis jeoch nicht an und beraumte zunächst einen zweiten Wahlgang für den 24. Februar an. Dies wurde mittlerweile annulliert. Unter Hinweis darauf sagte ein anderer gescheiterter Kandidat, der frühere Staatschef Albert Zafy, möglicherweise sei nun eine "andere Lösung" zu finden. Unter den mehreren Hundertausend Demonstranten rief er damit ein Pfeifkonzert hervor.

Oppositionsführer Marc Ravalomanana hatte für Freitag die Machtübernahme angekündigt. "Ich habe auf den Rat der Pastoren und Priester gehört, die mir zur Machtübernahme geraten haben", sagte er am Mittwoch vor mehreren zehntausend Anhängern in Antananarivo.

Das Oberste Verfassungsgericht verschob den Termin für die zweite Wahlrunde am Mittwoch um einen Monat auf den 24. März. Am Vortag hatten sich beide Parteien auf neue Verhandlungen und eine Verschiebung des ursprünglich für den 24. Februar geplanten zweiten Wahltermins geeinigt (APA)

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