Konfliktreiche Beziehungen Washington - Peking

21. Februar 2002, 08:54
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Die wichtigsten bilateralen Ereignisse seit der Gründung der chinesischen Volksrepublik

Peking/Washington - Dem bevorstehenden Besuch von US-Präsident George W. Bush in Peking - 30 Jahre nach der historischen Reise von Richard Nixon - gehen mehr als 52 Jahre konfliktreicher Beziehungen seit der kommunistischen Machtergreifung in China voraus.

1949 - Nach dem Sieg der Kommunisten im Bürgerkrieg wird die Volksrepublik China (1.10.1949) ausgerufen. Die USA anerkennen weiter die auf die Insel Taiwan geflüchtete nationalistische Regierung der Republik China von Generalissimus Tschiang Kai-schek.

1950-53 - Im Koreakrieg kämpfen eine Million chinesische "Freiwillige" auf der Seite der Nordkoreaner gegen die US-geführten UNO-Truppen. Eine halbe Million Chinesen fallen.

1958 - Quemoy-Krise: Die kommunistischen Festland-Truppen nehmen in der Straße von Formosa kleinere Inseln, die unter der Kontrolle Taiwans stehen, unter schweren Beschuss. Manöver der VI. US-Flotte signalisieren, dass Washington einen Angriff auf Taiwan zurückschlagen will.

1966-73 - Vietnam-Krieg: Peking unterstützt Nordvietnam und die kommunistischen Kräfte in Laos und Kambodscha propagandistisch und mit Waffen gegen die USA.

1971 - "Pingpong-Diplomatie": Besuch der amerikanischen Tischtennis-Nationalmannschaft in Peking.

1971 - Taiwan verliert den chinesischen UNO-Sitz an Peking.

1972 - Nach Geheimgesprächen seines Sicherheitsberaters Henry Kissinger reist US-Präsident Nixon nach Peking.

1979 - Unter US-Präsident Jimmy Carter nehmen Washington und Peking diplomatische Beziehungen auf. Durch den "Taiwan Relations Act" verpflichten sich die USA weiter zum Beistand für den Fall eines Angriffs auf die Insel.

1989 - Die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung (Tiananmen-Massaker) in Peking führt zu einer starken Abkühlung der Beziehungen: Die USA und andere westliche Länder verhängen Sanktionen. Die Ausreiseerlaubnis für den prominenten Dissidenten Fang Lizhi 1990 entspannt die Lage.

1992 - US-Präsident George Bush genehmigt den Verkauf von 150 F-16-Kampfflugzeugen an Taiwan.

1995 - Eine USA-Reise des taiwanesischen Präsidenten Lee Teng-hui veranlasst Peking, seinen Botschafter vorübergehend aus Washington abzuberufen.

1996 - Peking hält in der Straße von Formosa Militärmanöver ab und droht mit einer Intervention für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung Taiwans. US-Präsident Bill Clinton entsendet zwei Flugzeugträger zur Unterstützung Taiwans.

1997 - Die britische Kronkolonie Hongkong fällt als "Sondervewaltungsgebiet" an China zurück. Staats- und Parteichef Jiang Zemin besucht die USA.

1998 - US-Präsident Clinton besucht China.

1999 - Während des Kosovo-Krieges der NATO treffen Bomben die Botschaft Pekings in Belgrad und töten drei Chinesen. In der Volksrepublik kommt es zu schweren Ausschreitungen gegen US-Einrichtungen.

2000 - Vor der Wahl des Oppositionellen Chen Shui-bian zum taiwanesischen Präsidenten hält die Volksrepublik neue Großmanöver zur Einschüchterung der Insel ab.

2001 - Konflikt nach Luftzwischenfall mit amerikanischem Spionageflugzeug.

2002 - Der chinesische Geheimdienst entdeckt Abhörwanzen in einer aus den USA gelieferten Boeing-767 für Staats- und Parteichef Jiang.

2002 - Die Volksrepublik China warnt die USA davor, Taiwan mit einem Raketenschutzschirm auszustatten.(APA/AFP/Reuters)

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