"New York Times": Pakistan löst Abteilungen des Geheimdienstes auf

20. Februar 2002, 13:23
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ISI-Sektionen für Afghanistan und Kaschmir stillgelegt

New York - Pakistan hat nach Informationen der "New York Times" mit der Auflösung von zwei Geheimdienstabteilungen begonnen, die enge Kontakte zu militanten Islamisten in Afghanistan und Kaschmir gehabt haben sollen. Damit könnten bis zu 4000 Beamte, rund 40 Prozent des Personalbestandes des Geheimdienstes ISI, abgebaut und in reguläre militärische Einheiten transferiert werden, berichtete die amerikanische Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstkreise in Pakistan.

Dies sei eine bedeutende Änderung der Politik Islamabads, nachdem sich die pakistanische Regierung nach den Terroranschlägen vom 11. September der von den USA angeführten Anti-Terror-Allianz angeschlossen hatte. Pakistan hatte damit seine Unterstützung für die Taliban aufgegeben, die 1996 mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes in Afghanistan an die Macht gekommen waren. Nach dem Zeitungsbericht prüft Pakistan den Wunsch der USA, einige Dutzend Offiziere des ISI zu befragen, um mehr über die Taliban und andere Extremistengruppen zu erfahren. Die Einsetzung des Paschtunen Hamid Karsai als Chef der Übergangsregierung in Afghanistan sei das Ergebnis eines Kompromisses zwischen dem US-Geheimdienst CIA und der pakistanischen Armeeführung, hatte der pakistanische Afghanistan-Experte Kamran Khan analysiert.(APA/Reuters)

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