DaimlerChrysler plant vorsichtig

20. Februar 2002, 15:19
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Vorstandschef Schrempp will nach Milliardenverlust im vergangen Jahr heuer wieder in die schwarzen Zahlen

Sindelfingen - Der Autokonzern DaimlerChrysler zeigt sich für das Jahr 2002 nur verhalten optimistisch. Niemand könne zum jetzigen Zeitpunkt verbindlich sagen, wie sich die Automärkte angesichts des dramatischen Konjunkturrückgangs entwickeln würden, sagte Vorstandschef Jürgen Schrempp am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz in Sindelfingen bei Stuttgart. Er sei aber zuversichtlich, die geplanten Ergebnisziele erreichen zu können - "wenn auch zu einem etwas späteren Zeitpunkt". Der Autoboss verteidigte mehrmals nachdrücklich die Fusion von Daimler-Benz mit dem US-Autobauer Chrysler, die bisher Milliardenkosten verursacht hat.

2002 Gewinnschwelle

Die angeschlagene Chrysler-Group, die 2001 inklusive der Sanierungskosten 5,3 Mrd. Euro (72,9 Mrd. S) Verlust machte, werde 2002 im operativen Geschäft die Gewinnschwelle erreichen. "Wir sind 100 Prozent überzeugt von der Strategie. Chrysler läuft in die richtige Richtung", sagte Schrempp. "Wir arbeiten derzeit nicht nur ein Sparpaket ab. Das Management setzt ein neues Geschäftssystem um, dass wieder Profitabilität und nicht Marktanteil zum Maß aller Dinge macht."

Schrempp bekräftigte, dass die DaimlerChrysler AG (Stuttgart) in diesem Jahr deutlich mehr als 2,6 Mrd. Euro verdienen will. Die Diskrepanz zu der ursprünglichen Prognose von 5,5 bis 6,5 Mrd. Euro erklärte Schrempp mit den dramatisch veränderten Rahmenbedingungen. Die Planungsannahmen für 2002 hätten auf Grund der konjunkturellen Entwicklung aktualisiert werden müssen.

1,3 Milliarden Euro Verlust

DaimlerChrysler musste 2001 im operativen Geschäft einen Verlust von 1,3 Mrd. Euro hinnehmen. Der Konzernverlust lag bei knapp 700 Mill. Euro. Deshalb soll die Dividende von 2,35 auf 1,0 Euro gekürzt werden. Das Ergebnis für 2001 wurde vor allem durch Sanierungskosten bei der Chrysler Group, dem US-Lkw-Bauer Freightliner und der Beteiligung bei Mitsubishi Motors in Höhe von 2,7 Mrd. Euro belastet. Außerdem machte Chrysler im operativen Geschäft einen Verlust von 2,18 Mrd. Euro - leicht weniger als geplant.

Rekorderergebnis für Mercedes

Ein Rekordergebnis fuhren dagegen die Mercedes-Benz-Personenwagen ein. Der Operating Profit des Geschäftsfeldes Mercedes-Benz-Pkw und smart wuchs um rund 800 Millionen Euro auf 2,95 Mrd. Euro. Mercedes werde 2002 auf dem erfreulich hohen Niveau weiterarbeiten, hieß es. Dagegen ging der Gewinn bei den Nutzfahrzeugen dramatisch zurück. Der von schwacher Nachfrage geplagte Bereich konnte nur noch 51 Mill. Euro Gewinn einfahren, nachdem im Jahr 2000 noch 1,2 Mrd. Euro erreicht wurden. Nutzfahrzeugchef Eckhard Cordes zeigte sich für die Zukunft aber "vorsichtig optimistisch". Der Dienstleistungsbereich trug 578 Mill. Euro zum Ergebnis bei.

DaimlerChrysler hat 2001 mit einem bereinigten Umsatz von 152,8 Mrd. Euro den Vorjahreswert etwa erreicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2001 bei 372.470. In diesem Jahr sollen laut Finanzchef Manfred Gentz konzernweit etwa 8.000 bis 10.000 Stellen gestrichen werden, davon etwa 5.000 in Deutschland. Entlassungen werde es aber keine geben. (APA)

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