Bahnkatastrophe in Ägypten: Transportminister und Bahn-Chef entlassen

22. Februar 2002, 13:11
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Bisher erst die Hälfte der 373 Leichen identifiziert

Kairo - Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hat nach dem schwersten Zugunglück in der Geschichte Ägyptens den Transportminister Ibrahim el Dumeiri und den Chef der staatlichen Bahngesellschaft entlassen. Das berichtete das Staatsfernsehen am Freitag.

Brand durch explodierte Gasflasche

Bei dem Brand in einem Zug der dritten Klasse waren am Mittwoch 373 Menschen ums Leben gekommen. Da die meisten Fenster der Waggons vergittert waren, konnten nur wenige Fahrgäste dem Flammeninferno entkommen. Nach offiziellen Angaben entstand das Feuer durch eine explodierte Gasflasche, die im Zug zum Aufbrühen von Tee benutzt worden war. Am Donnterstag waren jedoch erste Zweifel an dieser Version aufgekommen: So berichtete ein Überlebender der Oppositionszeitung "Al-Ahrar", er habe gesehen, wie ein elektrisches Kabel zwischen zwei Waggons Funken gesprüht habe.

Bisher konnte etwa die Hälfte der zum Großteil völlig verkohlten Leichen identifiziert werden. Der Scheich der Kairoer Al-Azhar-Moschee, Mohammed Said Tantawi, erklärte die Opfer des Zugunglücks zu Märtyrern. Dies bedeutet, dass sie ohne die sonst im Islam vorgeschriebene Totenwäsche beerdigt werden sollen. Die nicht identifizierten Leichen sollen an diesem Samstag in einem Massengrab beigesetzt werden. (APA/dpa)

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