Sammelklage von Angehörigen der WTC-Opfer

20. Februar 2002, 08:34
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Antrag gegen Bin Laden - Geld von gesperrten "Terrorkonten" gefordert

Washington - Die Familien von sieben der 2.800 Todesopfer des Anschlages auf das World Trade Center in New York verlangen in einer Sammelklage über 100 Millionen Dollar (114,7 Mill. Euro/1,58 Mrd. S) Schmerzensgeld.

Beschlagnahmte Vermögenswerte

Wie die KlägerInnen und ihre AnwältInnen am Dienstag (Ortszeit) in Washington berichteten, richtet sich der Antrag gegen den angeblichen Drahtzieher des Anschlages, Osama bin Laden, aber auch gegen Banken sowie gegen den Irak und den Iran. Das Geld soll aus beschlagnahmten Vermögenswerten der insgesamt 141 Beklagten in den USA aufgebracht werden.

Terrorismus-Finanzierer

Die Liste der Beklagten orientiert sich an den Veröffentlichungen der US-Regierung, so an der Liste des Außen- und des Finanzministeriums mit den Namen von Banken und Unternehmen, die angeblich den internationalen Terrorismus finanzieren helfen. Hinzu kommen die Regierungen des Irak und des Iran, die ebenfalls auf der Schwarzen Liste der US-Regierung stehen, sowie als Einzelperson neben Bin Laden auch Mullah Mohammad Omar, der Chef der Taliban und Beschützer Bin Ladens in Afghanistan. Ebenfalls aufgezählt werden die 19 Männer, die am 11. September mit vier entführten Passagierflugzeugen in New York, Washington und Pennsylvania 3.100 Menschen umgebracht haben sollen.

Die US-Regierung hat mehrere Millionen Dollar beschlagnahmt, die ihrer Meinung nach für Terroristen bestimmt waren. Seit 1995 haben US-Bürger nach dem Anti-Terrorismus-Gesetz das Recht, ausländische Regierungen zu verklagen. Davon ist bereits mehrfach Gebrauch gemacht worden. 1998 zum Beispiel verklagten die Eltern einer Amerikanerin die Regierung des Iran auf 247 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Ihre Tochter war 1995 bei einem Anschlag in Israel ums Leben gekommen. (APA/Reuters)

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