Sechs Israelis bei Palästinenserangriff im Westjordanland getötet

20. Februar 2002, 08:15
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Fatah-nahe Gruppe bekennt sich zu Anschlag

Jerusalem - Bei einem palästinensischen Angriff auf eine israelische Militärabsperrung im Westjordanland sind am Dienstagabend sechs Israelis getötet worden. Wie israelische Sicherheitskräfte weiter mitteilten, ereignete sich der Vorfall in der Nähe des Dorfs Ein Arik, westlich der autonomen palästinensischen Stadt Ramallah. Nach Augenzeugenberichten jüdischer Siedler handelte es sich bei den Toten um Soldaten. In ersten Berichten war von fünf Opfern die Rede gewesen.

Zu dem Überfall hat sich die "Front der Volksarmee - Brigaden der Rückkehr" bekannt, eine der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Yasser Arafat nahestehende Gruppe. In einer bei AFP in Jerusalem am Dienstag eingegangenen Erklärung hieß es, die Gruppe habe mit Schnellfeuergewehren auf israelische Elitesoldaten geschossen.

Der Überfall ereignete sich an einer israelischen Straßensperre. Kurz nach dem offenbar sehr sorgfältig geplanten Überfall, bei dem die Attentäter mehrere gezielte Salven aus Schnellfeuerwaffen auf die Israelis abgaben, sahen Augenzeugen israelische Hubschrauber über dem Tatort. Palästinenser berichteten außerdem von Panzerbewegungen um Ramallah und in dem Stadtteil A-Tire. Im Gebiet um das Hauptquartier von Palästinenserpräsident Yasser Arafat waren mehrere Schüsse zu hören.

Jordaniens König besorgt

Damit stieg die Zahl der seit dem Beginn der Intifada im September 2000 getöteten Menschen auf 1240, unter ihnen 944 Palästinenser und 274 Israelis. Die israelische Armee hatte am Dienstag nach einer Serie palästinensischer Selbstmordattentate bei Vergeltungsangriffen neun Palästinenser getötet.

Der jordanische König Abdullah zeigte sich unterdessen besorgt über die "militärische Eskalation zwischen Israelis und Palästinensern". Er habe dem Chef für politische Planung im US-Außenamt, Richard Haass, seine "Beunruhigung hinsichtlich der wachsenden Gewalt" mitgeteilt, berichtete die jordanische Nachrichtenagentur Petra. Der Monarch forderte die USA auf, ihre Anstrengungen für Frieden in der Region zu verstärken. (APA/Reuters/AP)

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