MQ-Groteske: Waldner klagt die Kunsthalle

19. Februar 2002, 21:52
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Gerald Matt tritt daraufhin als Aufsichtsrat zurück

Wien - Die Streitigkeiten zwischen der Betriebsgesellschaft des Museumsquartiers (MQ) und der städtischen Kunsthalle, einem "Kernnutzer" des Areals, erreichte einen neuen Höhepunkt: MQ-Chef Wolfgang Waldner brachte eine Räumungsklage ein, weil sich Kunsthallendirektor Gerald Matt weigerte, die Büros in den ehemaligen Hofstallungen zu räumen, die renoviert und den temporären Nutzern des "Quartiers 21" zur Verfügung gestellt werden sollen.

Der Kunsthalle waren die Räume bis Mitte Jänner unentgeltlich überlassen worden. Matt argumentiert, dass er wiederholt auf erhöhten Raumbedarf hingewiesen habe, doch das MQ hätte nur "Scheinangebote" gemacht: Waldner würde für Ersatzräume 13,1 Euro (180 Schilling) pro Quadratmeter verlangen, während er von den Quartier-21-Nutzern nur 5,1 Euro fordert. Der MQ-Chef hingegen meint, dass er laut zweier Gutachten auch 14,5 Euro verlangen könnte. Die Quartier-21-Nutzer seien nur kurzfristige Mieter, daher sei der Preis derart niedrig.

Matt zog die Konsequenz - und legte seine Funktion als Mitglied des MQ-Aufsichtsrats zurück. Weil die Doppelfunktion Waldners als Veranstalter und Facility-Manager unvereinbar sei. Das findet Waldner konsequent. Weil die Doppelfunktion Matts als Eigentümervertreter (der Stadt) und Direktor der Kunsthalle unvereinbar sei. Patt.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20. 2. 2002)

Von
Thomas Trenkler

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