Austria Tabak: Gutachter wird informiert

19. Februar 2002, 18:52
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"Daten müssen geschützt bleiben"

Wien - Die Kritik an den Vorgängen im ÖIAG-Aufsichtsrat beim Verkauf der Austria Tabak (AT) haben in der Verstaatlichtenholding offenbar Sensibilität für zukünftige Verkaufsaktionen erzeugt. "Wir müssen Möglichkeiten schaffen, dass die hochsensiblen Daten der börsennotierten Beteiligungen während der Transaktionen auch tatsächlich geschützt sind", sagte ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis hat am Dienstag. Er wolle dem ÖIAG-Aufsichtsrat nicht vorgreifen, aber er glaube nicht, dass die ÖIAG eine Veräußerung nochmals so machen würde wie bei der AT.

Allerdings seien das Risikopotenzial und die Gefahr von Indiskretionen sehr groß, weshalb man sicher stellen müsse, dass der Verkaufsprozess in einem völlig geschützten Raum ablaufe. Zur Erinnerung: Wie DER STANDARD exklusiv berichtete, hat der Linzer Rechtsprofessor Peter Jabornegg nicht den AT-Verkauf an sich, sondern die Informationspolitik der ÖIAG-Spitze im Aufsichtsrat kritisiert.

Nachholbedarf

Nach dem Stand der Dinge dürften die Arbeitnehmervertreter weniger umfassend informiert worden sein als die Kapitalvertreter und deshalb eine Untersuchung der Vorgänge eingeleitet haben. Michaelis dazu: "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass der Gutachter nicht voll informiert wurde." Dies solle nun nachgeholt werden. "Ich gehe davon aus, dass das Gutachten dann relativiert wird." (ung, Der Standard, printausgabe, 20.02.2002)

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