Oberösterreich: Weniger neues Pflegepersonal

19. Februar 2002, 19:49
posten

Grüne fürchten "Notstand", Betreiber dementiert

Linz - Einen drohenden Pflegenotstand in Oberösterreichs Landeskrankenhäusern befürchten die Grünen. Anstatt angeblich versprochener 300 zusätzlicher Posten, die das Personal entlasten sollten, seien für 2002 nun nur 140 bewilligt worden. Bei der Gesundheits- und Spitals AG (Gespag), die seit Jänner die Landeskrankenhäuser verwaltet, sieht man das anders.

Grünen-Klubobmann Rudi Anschober und Gesundheitssprecher Gunther Trübswasser zeigten sich am Dienstag bei einer Pressekonferenz alarmiert. Noch Ende vergangenen Jahres sei den Pflegedirektoren versprochen worden, die insgesamt rund 4500 Pflegerposten um rund 300 Stellen aufzustocken. Mitte Jänner sei dann ein Schreiben der Gespag an die Spitäler gegangen. Beim Personalbudget müsse gespart werden, daher gäbe es nur 140 zusätzliche Stellen.

Im LKH Vöcklabruck sollen beispielsweise statt 53 neuen Posten nur 33 kommen. Diese würden aber nicht reichen, um das Personal von seinen Überstunden zu entlasten, und das Verhältnis zwischen Pflegepersonal und Patienten auf international standardisiertes Niveau zu heben, ist Trübswasser überzeugt. Die Grünen fordern daher von den verantwortlichen Politikern mehr Geld für diesen Bereich.

Maximilian Koblmüller, Finanzvorstand der Gespag, dementierte am Dienstag die Zahlen heftig. "Es ist völlig falsch, was da behauptet wird, es sind 2002 in den gesamten Spitälern nur 103 neue Stellen budgetiert, inklusive Mediziner", erklärt er. Alles andere seien nur Wünsche der diversen Stellen.

Auch auf einem anderen Gebiet des Spitalswesens laufen die Überprüfungen. Wie berichtet, musste im Jänner ein schwer verletztes Unfallopfer aus dem Innviertel im Notarztwagen bis nach Wien gefahren werden. Der Patient war in zwei oberösterreichischen Spitälern aufgrund Fehleinschätzungen und mangelnder interner Kommunikation abgewiesen worden. Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger (SP) ordnete daraufhin eine Überprüfung der notfallmedizinischen Konzepte an. Die Unterlagen liegen nun vor, die Evaluierung wird aber noch mehrere Wochen dauern. (moe/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.2.2002)

Share if you care.