Dem Wald geht es wieder schlechter

20. Februar 2002, 09:17
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Die ExpertInnen sind noch uneins und erkennen keinen klaren Trend

Wien - Dem Wald geht es weniger gut. Die ExpertInnen sind noch uneins, ob es sich um ein vorübergehendes Problem handelt oder eine nachhaltige Schädigung. Sicher ist, dass die Zahl der gesunden Bäume geringer geworden ist - der Nadel- oder Blattverlust liegt bei ihnen unter zehn Prozent. Das geht aus dem aktuellen Waldbericht hervor, der jährlich vom Landwirtschaftsministerium erstellt und dem Ministerrat vorgelegt wird.

Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der gesunden untersuchten Bäume um 5,5 Prozent zurückgegangen. Der österreichische Wald ist damit in einem Zustand wie zu Anfang der 90er-Jahre. Im Ministerium will man jedoch noch nicht von einem längerfristigen Trend sprechen, dazu bedürfte es der weiteren Beobachtung. Unterdurchschnittlich wenig Regen, überdurchschnittlich viel Hitze könnten für die Entwicklung ebenfalls verantwortlich sein.

Am ärmsten ist laut Bericht die Kiefer dran, gefolgt von Buche, Tanne und Lärche. Wieder besser zu gehen scheint es den Eichenbäumen. Ernsthaft geschädigt ist laut Bericht aber nur die Hälfte der Bäume auf vier Prozent der insgesamt 206 untersuchten Probeflächen.

Marc Niggemeyer, Waldexperte des WWF, bezeichnet die Verschlechterung des Waldzustandes als besorgniserregend. In Österreich gibt es laut WWF 3,9 Millionen Hektar Wald, das Land bestimme aber mit über das Schicksal von 8,9 Millionen Hektar Wald weltweit. Österreich sei eines der führenden Holzländer der Welt, bei den Rohholzimporten belege es Rang sechs; beim Export von Nadelschnittholz liege Österreich an vierter Stelle, beim Holzplattenexport auf Platz acht, beim Papierexport auf Platz sieben weltweit.

Gütesiegel

Österreich müsse sich auch seiner internationalen Verantwortung für die Wälder stellen, appellierte Niggemeyer am Dienstag. "Nur das von allen großen Umweltorganisationen unterstützte FSC-Gütesiegel garantiert, dass das in Österreich verwendete Holz aus ökologisch und sozial verträglicher Waldwirtschaft stammt." Mit dem FSC-Gütesiegel (Forest Stewardship Council) wird Holz ausgezeichnet, das aus verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung kommt (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.2.2002)

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