Keine neuen Pest-Verdachtsfälle in Indien

19. Februar 2002, 16:24
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Ärzte hoffen auf Erfolg

- Nach dem Pest-Alarm in Indien erwarten Ärzte und Behörden keine weitere Ausbreitung der lebensgefährlichen Krankheit. Am Dienstag gab es keine neuen Verdachtsfälle. Ärzte hofften, dass die Symptome auf die acht Patienten beschränkt blieben, die noch unter Quarantäne standen. Vier Menschen starben seit dem 2. Februar an der Krankheit, die nach inoffiziellen Angaben als Lungenpest gilt.

Erreger Yersinia Pestis nachgewiesen

Untersuchungen des Nationalen Instituts für ansteckende Krankheiten (NICD) sind zwar abgeschlossen, die Regierung zögerte aber zunächst noch, den Bericht zu veröffentlichen. Die indischen Medien berichteten, in allen drei von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Tests sei der Erreger Yersinia Pestis nachgewiesen worden. Zwei Menschen befanden sich noch in Lebensgefahr.

Mehrere zehntausend Tablette ausgegeben

Nach Angaben von Behörden und Ärzten war die Krankheit unter Kontrolle. Beim vorigen Ausbruch der Pest in Indien 1994, als 100 Menschen ums Leben kamen, hatte sich der Erreger allerdings erst zwei Monate nach den ersten Todesfällen ausgebreitet. Die Pest ist mit Antibiotika heilbar. Die Behörden gaben in den vergangenen Tagen mehrere zehntausend Tabletten aus.

Übertragung durch Ratten

Die schwere Lungenkrankheit, die die behandelnden Ärzte wegen ihrer Symptome sofort für die Lungenpest gehalten hatten, war Anfang Februar bei einem Mann im nördlichen Bundesstaat Himachal Pradesh aufgetreten. Nach ihm starben seine Frau und zwei Besucherinnen aus dem benachbarten Uttaranchal. Der Pesterreger kann von Ratten auf Menschen übertragen werden. (APA/dpa)

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