Opferfürsorgegesetz soll erneuert werden

13. März 2002, 08:44
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Steirische NS-Opferverbände wollen auch verfolgte Homosexuelle miteinbeziehen

Graz/Wien - Steirische NS-Opferverbände haben am Dienstag die Forderung erneuert, dass auch Personen, die vom NS-Regime auf Grund der sexuellen Orientierung oder auf Grund des Vorwurfes der "Asozialität" verfolgt wurden, im Opferfürsorgegesetz berücksichtigt werden sollen. Das bereits im Vorjahr von SPÖ und Grünen im Zuge der Ausweitung der Kriegsgefangenenentschädigung im Nationalrat debattierte Thema soll am Mittwoch im Sozialausschuss des Parlaments behandelt werden.

Angehörige kämpfen mit Vorurteilen

Eine entsprechende Petition war von Maria Cäsar, Widerstandskämpferin und Trägerin des Menschenrechtspreises des Landes Steiermark, für den KZ-Verband Steiermark und der Grazer Bund sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus im Nationalrat eingebracht worden. "Hier ist von Opfergruppen die Rede, deren Angehörige bis in die Gegenwart teilweise mit erheblichen Vorurteilen zu kämpfen haben. Gerade deshalb ist es höchst an der Zeit, dass mit der Aufnahme dieser Opfergruppen im Opferfürsorgegesetz das Leid dieser Menschen, wenn auch spät, Anerkennung findet", heißt es in der Begründung.

Nach dem Stand der Forschung waren in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches etwa 15.000 homosexuelle Männer inhaftiert, von denen rund 10.000 ermordet wurden. Unter dem Vorwurf der "Asozialität" wurden - völlig willkürlich - tausende Frauen, Männer und auch Kinder in Konzentrationslager oder psychiatrische Einrichtungen verschleppt. Etwa 6.000 Menschen wurden in Österreich zwischen 1940 und 1945 zwangssterilisiert, erklären die Opferverbände. (APA)

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