Philippinen: Video mit Hinrichtungsszenen veröffentlicht

19. Februar 2002, 14:45
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Militärsprecher: Band zeigt "unmenschlichen Feind" - US-Präsenz damit gerechtfertigt

Manila - Die philippinische Regierung hat ein Video veröffentlicht, in dem mutmaßliche Rebellen gefangene Soldaten köpfen. Wie Militärsprecher Edilberto Adan am Dienstag mitteilte, war das Band vergangenes Jahr in einem Abu-Sayyaf-Lager auf der Insel Basilan gefunden worden. Die Rebellen hätten Teile des Videos benutzt, um über eine Verbindung zum Terrornetzwerk El Kaida Geld im Nahen Osten zu sammeln. "Das Band zeigt, dass der Feind überhaupt nicht menschlich ist," sagte Adan.

Wie Adan weiter sagte, folgten die Hinrichtungen einem Zusammenstoß zwischen Regierungstruppen und Abu-Sayyaf-Kämpfern im Jänner 1995, bei dem neun Soldaten und zwei Regierungsvertreter getötet wurden. Es ist beispielsweise eine Szene zu sehen, in der ein Vermummter einen gefesselten Mann zwei Mal mit einem großen Messer in den Nacken schlägt.

Kritiker vermuten, die philippinische Regierung habe das Video veröffentlicht, um sich weiter die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu sichern. Die Veröffentlichung des Videos sei ein "verzweifelter Versuch, die US-Militärpräsenz im Land zu legitimieren", erklärte die linksgerichte Neue Patriotische Allianz.

US-Streitkräfte schulen derzeit philippinische Soldaten für den Kampf gegen die Abu Sayyaf. Das gemeinsame Training soll ein halbes Jahr dauern. Die Abu-Sayyaf-Rebellen, denen Verbindungen zur El Kaida nachgesagt werden, halten seit vergangenen Mai die US-Missionare Martin und Gracia Burnham als Geiseln gefangen. Zuvor hatten sie westliche Touristen monatelang in ihrer Gewalt. Nach den Anschlägen vom 11. September intensivierten die USA im Zuge ihres Kriegs gegen den Terrorismus auch die Zusammenarbeit mit der philippinischen Regierung. (APA/AP)

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