Raiffeisen-Leasing will 2004 Markt führen

19. Februar 2002, 14:34
posten

Weitere Zukäufe in Osteuropa - Kauf von Leasingfirmen in Rumänien und Serbien

Wien - Einen 45-prozentigen Zuwachs hatte die Raiffeisen Leasing im Jahr 2001, getragen von einer Verdopplung des Geschäfts in den Ostöchtern. In Zentral/Osteuropa sei man heute schon an der Marktführerschaft, in Österreich liegt die Leasingtochter der Raiffeisen Zentralbank (RZB) mit 10 Prozent Marktanteil auf Platz 3. Bis 2004 hat der Vorstand zum Ziel, wie vor Jahren einmal wieder Nummer eins im Inland zu sein, wozu man "15 bis 16 Prozent" bräuchte.

Im Inland setzt die Gesellschaft verstärkt auf Betreibermodelle mit Kommunen und Fuhrparkmanagement. Auf einen großen Schub hofft die Raiffeisen Leasing nach "Basel II", wenn Leasingfinanzierungen wegen der "größeren Objektsicherheit" geringer belastet würden als Kreditfinanzierungen. Das wäre dann auch für die Kunden billiger.

Serbien ist ein Thema

In einer Pressekonferenz am Dienstag kündigte die Raiffeisen Leasing-Geschäftsführung für Zentral/Osteuropa aufbauend auf das bestehende weit verzweigte Ost-Leasingnetz weitere Gründungen und Zukäufe "im Fahrwasser der RZB" an. 2002 sollen in Rumänien zwei kleine Leasingfirmen gekauft und dann fusioniert werden. Serbien sei "ein Thema", dort fehlen aber noch die entsprechenden Gesetze. Geprüft wird auch ein Einstieg in der Ukraine und in Aserbeidschan.

Geplant ist nun aber auch die Erschließung der Märkte Westeuropas. Vorstandschef Peter Engert will zunächst die bestehende Tochter in München "neu beleben". In der Folge ist an Leasingfirmengründungen in der Schweiz und Italien gedacht. Der Vorstand versicherte, dass die München-Aufstockung keine Entwicklung in Richtung "steuerschonender" Konstruktionen bedeute, die ohnehin von hohen Risiken behaftet wären.

Wegen in der Branche heftig debattierter Praktiken einer "Autobank" wollen die heimischen Leasingfirmen in nächster Zeit auch "Klarstellungen" zum Thema Vorsteuerabzug vom Finanzministerium. Wie berichtet bietet zur Zeit etwa BMW "steuerfreies Leasing" von Firmenautos über eine deutsche Tochter an. Die Leasingautos werden dabei in Österreich ausgesucht und auch hierzulande angemeldet. Die Verträge werden aber mit einer Firma in in Freilassing abgeschlossen, einer extra für das "steuerschonende" Geschäft gegründeten Tochter von BMW Österreich. Vorteil: Die österreichische Kundschaft bezahlt 16 Prozent deutsche Umsatzsteuer, kann sich diese aber später vom deutschen Fiskus zurückholen. Denn der Vorsteuerabzug bei Firmen-Pkw ist in Deutschland im Unterschied zu Österreich erlaubt.

Rekordergebnis 2001

Im Jahr 2001 erzielte die Raiffeisen-Leasing mit 966,89 Mill. Euro (13,3 Mrd. S) Neugeschäftsvolumen ein neues Rekordergebnis, ein Plus von 45 Prozent gegenüber 2000. Auf das Inland entfielen dabei 431,31 Mill. Euro (plus 5 Prozent) bei 7.324 Leasingverträgen und auf das Ausland 535,58 Mill. Euro (plus 110 Prozent) bei 24.991 Leasingverträgen. Trotz rückläufiger Kfz-Zulassungen im Inland habe man den Marktanteil im Kfz-Leasing ausweiten können. Hier legte das Neugeschäft um 2 Prozent auf 126,35 Mill. Euro zu. Um 35 Prozent nach oben ging es beim Mobilien-Leasing im Inland (142,49 Mill. Euro). Um ein Zehntel rückläufig hingegen war 2001 das inländische Immobilienleasing (Neugeschäft: 162,47 Mill. Euro).

Das Auslandsgeschäft bestreiten heute mit 333 Beschäftigten Töchter in der Slowakei (Tatra-Leasing Spol. s.r.o.), Ungarn (Raiffeisen Lizing Rt.), Tschechien (Raiffeisen-Leasing Spol. s.r.o.), Polen (Raiffeisen-Leasing Polska S.A.), Kroatien (Raiffeisen-Leasing d.o.o.), Russland (OOO Raiffeisen-Leasing) und Slowenien (Raiffeisen-Leasing d.o.o.). (APA)

Share if you care.