Thailand: Geldpreise für Stimmabgabe geplant

19. Februar 2002, 14:03
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Maßnahme zur Erhöhung der Wahlbeteiligung

Bangkok - Thailändische Wähler sollen nach den Vorstellungen des Parlamentspräsidenten künftig mit Geldpreisen für die Stimmabgabe belohnt werden. Um die traditionell geringe Beteiligung an Abstimmungen zu erhöhen, könnten rund 140 Millionen Baht (3,69 Mill. Euro/50,7 Mill. S) aus dem Haushalt der staatlichen Wahlkommission unter den Wählern verlost werden, sagte Uthai Pimchaichon der Bangkoker Zeitung "The Nation" (Dienstag-Ausgabe). "Das würde den Leuten einen Anreiz bieten", sagte der frühere Minister zur Begründung.

Obwohl in Thailand Wahlpflicht herrscht, liegt die Beteiligung stets bei 50 Prozent, da die Strafen sehr gering sind. Der Vorschlag des Parlamentspräsidenten stieß bei anderen Politikern unterdessen auf scharfe Kritik. "Diese Idee setzt Wahlen auf das Niveau einer Fernsehshow herab", sagte der thailändische Senator und Menschenrechtsaktivist Thongbai Thongpao. "Auf lange Sicht würde dies die Demokratie zerstören." (APA/dpa)

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