Telekom Austria: Rückzug von der Börse bei attraktivem Verkaufspreis

19. Februar 2002, 12:55
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ÖIAG-Vorstand Michaelis: Telecom Italia "sehr stark cash-getrieben"

"Sollte sich ein attraktives Szenario bei der Telekom Austria (TA) ergeben, das einen Rückzug von der Börse (Delisting) beinhalten würde, würde ich mich nicht scheuen, dieses dem Aufsichtsrat zu empfehlen", sagte ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis am Dienstag vor Journalisten. Mit der Telecom Italia, die ihre Ausstiegswilligkeit aus ihren beiden österreichischen Telekom-Beteiligungen (TA und Mobilkom) erklärt hat, bestehe das Problem unterschiedlicher Interessenlage. Die Italiener seien "sehr stark cash-getrieben", da sie eine hohe Schuldenlast abzubauen hätten und daher rasch Zuflüsse generieren wollten.

Gespannten Verhandlungsstimmung

Das führe teils zu einer gespannten Verhandlungsstimmung. Es seien diverse Szenarien in Entwicklung, mit denen der Ausstieg der Italiener dargestellt werden könne. Ein vereinbartes Stillhalteabkommen erlaube ihm jedoch nicht, über die einzelnen Szenarien in der Öffentlichkeit zu sprechen, sagte Michaelis.

Wertmaximierung sei bei jeder ÖIAG-Beteiligung das oberste Ziel und würde auch als Maßstab gelten, wenn es, wie ihm Fall voestalpine AG um ein Mitziehen bei einer allfälligen Kapitalerhöhung gehe. Für die seitens voestalpine-Vorstand beim Aufsichtsrat aber noch kein Antrag vorliege.

Eigene Liquidität

Falls die ÖIAG bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen würde, würde ihr Anteil, falls die ÖIAG auch den Greenshoe zur Verfügung stellen würde, von derzeit 37,8 Prozent auf 29 bis 30 Prozent absinken, womit möglicherweise der ÖIAG-Einfluss bei der Hauptversammlung sinken könnte. Michaelis sprach sich daher für eine Teilnahme der ÖIAG an einer allfälligen Kapitalerhöhung der voestalpine um 50 Prozent aus, was ein Absinken der staatlichen Beteiligungsquote auf 34 bis 35 Prozent bedeuten würde. Die Mittel für den Aktienkauf könnte die ÖIAG aus ihrer eigenen Liquidität aufbringen. (APA)

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