"Gewaltprävention muss auf mehreren Ebenen ansetzen"

19. Februar 2002, 14:54
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Minister Haupt auf der EU-Konferenz "Gewalt gegen Frauen" in Spanien - Österreich vorbildlich bei Gewaltvorbeugung

Wien - Minister Herbert Haupt nahm an den beiden ersten Tagen an der EU-Konferenz "Gewalt gegen Frauen" in Santiago de Compostela teil.

"Es ist sehr bedauerlich, dass trotz zahlreicher Maßnahmen zur Gewaltprävention auf EU-Ebene und im nationalen Bereich die Gewalt gegen Frauen noch immer ein Thema ist", betonte Frauenminister Haupt im Rahmen der Konferenz. Gewalt gegen Frauen sei eine Verletzung der Menschenrechte, die man nicht hinnehmen könne. Haupt begrüßte deshalb, dass dieses Thema eine der Prioritäten des spanischen EU-Vorsitzes sei.

Mehrschichtige Gewaltprävention

Der Frauenminister forderte bewusstseinsbildende und gesetzliche Maßnahmen für den Opferschutz, eine strenge Bestrafung - aber auch Rehabilitationsmaßnahmen - für die Täter. "Gewaltprävention muss auf mehreren Ebenen ansetzen", bekräftigte Haupt. Zum Beispiel müsste die Spirale der Gewalt in der Familie unbedingt unterbrochen werden. Denn in der Kindheit erfahrene Misshandlungen würden oftmals in die nächste Generation weitergegeben, so Haupt.

Lob für Österreich

Großes Lob erhielt Österreich bei der Konferenz von Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou. Österreich verfügt als eines der wenigen Länder in der EU über Datenmaterial zur Gewalt an Frauen. Überhaupt gilt Österreich als vorbildlich im Bereich der Gewaltprävention. Dies wird auch in einer EU-Studie ausgewiesen. Besonders das Gewaltschutzgesetz, das Tätern das Betreten der Wohnung verbietet, findet allgemeine Anerkennung.

Bagatellisierung nicht hinnehmen

"Österreich wird alle Maßnahmen unterstützen, die dem Schutz der Frauen dienen", bekräftigte Haupt. Er verlange auf diesem sensiblen Gebiet eine noch intensivere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten auf EU-Ebene aber auch eine breite Zusammenarbeit auf nationaler Ebene. Ebenso seien weitere Studien erforderlich, um valide Daten zu gewinnen. Weiters müsse der genauen Analyse aller Ursachen und der Entwicklung von Gegenstrategien ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Haupt abschließend: "Eine Gesellschaft darf Gewalt gegen Frauen nicht bagatellisieren. Sie sind keine Kavaliersdelikte". (red)

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