Zwei britische UNO-Soldaten vom Dienst suspendiert

19. Februar 2002, 12:07
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Ermittlungen wegen tödlicher Schüsse auf Zivilisten

Kabul - Nach den tödlichen Schüssen auf einen Zivilisten sind in Afghanistan zwei britische Fallschirmjäger vom Dienst suspendiert worden. Ein Sprecher der internationalen Schutztruppe ISAF, Hauptmann Graham Dunlop, erklärte am Dienstag in Kabul, die beiden Soldaten seien bereits in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Vorwürfe, sie hätten eine Gruppe Zivilisten in einem Auto beschossen und einen jungen Mann getötet, würden dort weiter untersucht. Falls die Soldaten vor Gericht gestellt würden, werde dies nur in Großbritannien und nicht in Afghanistan geschehen.

Die afghanischen Zivilisten wollten nach eigenen Angaben eine schwangere Frau zur Entbindung ins Krankenhaus bringen. Sie berichteten, sie seien in der Nacht auf Samstag beschossen worden. Dabei wurde der 20-jährige Schwager der Frau getötet. Augenzeugen sagte, die Soldaten hätten etwa 60 Schüsse auf das Auto abgegeben. Die derzeit unter britischem Kommando stehende ISAF erklärte, die Soldaten hätten nicht zuerst geschossen, sondern das Feuer erwidert.

Übergangs-Premier Hamid Karsai hat unterdessen Salmai Rasul aus dem Lager von Ex-König Mohammed Zahir Schah zum Nachfolger des ermordeten Luftfahrtministers Abdul Rahman ernannt. Das berichtete die in Pakistan ansässige Presseagentur AIP am Dienstag. Rahman hatte sich mit einer Miliz der Nordallianz überworfen und war zu den Anhängern des Ex-Königs gewechselt. Nach Darstellung Karsais soll Rahman in der vergangenen Woche auf dem Flughafen von Kabul von seinen Feinden aus der Nordallianz ermordet worden sein. Zuerst war von einem Lynchmord wütender Pilger die Rede gewesen. (APA/AP)

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