"Aufrechte Mahnerin für mehr Toleranz"

19. Februar 2002, 11:58
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Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien für Christine von Kohl

Wien - Für ihre großen Leistungen wurde Christine von Kohl im Roten Salon des Rathauses Montag nachmittag das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien durch Integrationsstadträtin Renate Brauner verliehen.

In ihrer Laudatio betonte Brauner vor allem den "bewundernswerten persönlichen Einsatz" Kohls für bosnische Flüchtlinge. Sie habe erkannt, wie wichtig Gespräche in der eigenen Muttersprache für entwurzelte Menschen in einer solchen Situation seien. "In ihrer engagierten Arbeit mit und für Menschen hat Christine von Kohl sich stets um das Verbindende bemüht. Sie ist eine aufrechte Mahnerin für gegenseitiges Verständnis und mehr Toleranz", so Brauner.

"Kulturni-Centar"-Gründerin

Von Kohl gründete 1992 den Verein "Kulturni-Centar", der sich Hilfe zur Selbsthilfe und Vernetzung bosnischer Flüchtlinge zum Ziel setzte. Seit November 1999 ist sie Chefredakteurin der mehrsprachigen Zeitschrift "BALKAN/Südosteuropäischer Dialog", welche vom Verein "Kulturni Centar" herausgegeben wird. Von Kohl verfügt über eine reiche und langjährige Erfahrung als Osteuropa- und Balkanexpertin. Während der tragischen Bürgerkriege in Ex-Jugoslawien war sie aufgrund ihrer detailreichen Analysen eine gefragte Kommentatorin der Ereignisse.

Mit Herz und Intellekt

Integrationsstadträtin Brauner bezeichnete von Kohl als "großartige Frau mit einem riesigen Herzen und viel Wissen und Sachverstand". Sie habe immer denen geholfen, die sich nicht selbst helfen konnten. "Wir haben von Christine von Kohl während der ganzen Dauer dieser schrecklichen Kriege niemals vorurteilsbehaftete oder einseitige Schuldzuweisungen gehört. Die Förderung der Kunst als Bindeglied zwischen den - oft gar nicht so verschiedenen - Kulturen war ihr immer ein großes Anliegen", lobte Brauner die "intellektuelle Schärfe" und die Fairness von Kohls. (red)

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