In Djibouti droht Umweltdesaster

19. Februar 2002, 11:05
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Austritt von Schädlingsbekämpfungsmitteln im Hafen des Landes

Rom/Wien - Im Hafen von Djibouti in Ostafrika laufen nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus zehn Containern hochgiftige Schädlingsbekämpfungsmittel aus. Es drohen Gesundheits- und Umweltprobleme. Der Container-Lagerplatz sei bereits verseucht, in nur 400 Meter Entfernung würden Lebensmittel für Nahrungsmittelhilfe aufbewahrt.

Die FAO rief dazu auf, die Regierung von Djibouti bei der Bewältigung des Problems zu unterstützen. Das Pflanzenschutzmittel, eine flüssige Mischung aus Chrom, Kupfer und Arsen, wird als Holzschutzmittel für Strom- und Telefonmasten benutzt. Die Chemikalie ist ätzend, krebserregend und höchst umweltgefährdend. Rund 200 Tonnen waren auf dem Weg von Großbritannien über den Hafen von Djibouti nach Äthiopien. Die Pestzide wurden in Plastikbehältern transportiert, anstatt wie bisher in Metallfässern.

Sollte es jetzt zu regnen beginnen, drohe die Verseuchung eines noch größeren Gebiets. Die Gifte könnten ins Meer gelangen, wo sie ein Fischsterben verursachen würden. Hochgradig verseuchtes Material müsse zurück nach Großbritannien gebracht werden, in Afrika gebe es keine Möglichkeit, Pestizidmüll zu beseitigen. Die ersten provisorischen Sicherheitsmaßnahmen werden rund 35.000 Dollar (40.207 Euro/553.257 S) kosten, die Beseitigung der Chemikalien und aller Schäden etwa 800.000 Dollar (919.012 Euro/12,65 Mill. S). (APA)

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