Verdacht auf Insiderhandel bei RHI

19. Februar 2002, 11:07
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"Irrationaler" Kursanstieg - Interessensverband für Anleger hat Bundeswertpapieraufsicht eingeschaltet

Wien - Der Interessensverband für Anleger (IVA) hat wegen Verdachts auf Insiderhandel beim Feuerfest-Konzern RHI die Bundeswertpapieraufsicht (BWA) eingeschaltet. In einer Pressemitteilung spricht IVA-Präsident Wilhelm Rasinger von "aufklärungswürdigen Käufen" von RHI-Aktien an der Börse.

RHI-Generaldirektor Helmut Draxler hatte am 15. Jänner als Folge der Probleme in den USA einen vorläufigen Rekordverlust von 870 Mill. Euro (fast 12 Mrd. S) bekannt gegeben. Analysten und andere Experten, so Rasinger, hätten daraufhin die Ansicht geäußert, dass der Wert der RHI-Aktie bei Null liege und eventuell ein spekulativer Wert von maximal 3 bis 5 Euro anzunehmen sei. "Seltsamer Weise" sei der RHI-Kurs nach einem Tief von 4,50 Euro dennoch auf mehr als 8 Euro gestiegen, und zwar - wie Rasinger anmerkt - "bei auffällig hohen Umsätzen".

Insiderwissen - ausgenützt

Eine mögliche Erklärung für diesen rational nicht nachvollziehbaren Kursanstieg, so Rasinger weiter, sei im Rahmen der Hauptversammlung am vergangenen Freitag (15. Februar) bekannt geworden: Aus dem US-Engagement werde mit einem Rückfluss von 260 Mill. Dollar (299 Mill. Euro oder 4,1 Mrd. S) gerechnet, dies entspreche etwa 15 Euro je Aktie.

Diese Informationen seien bereits viel früher einem exklusiven Personenkreis (Vorstand, Aufsichtsrat, Mitarbeitern, Beratern und Bankenvertretern) bekannt gewesen. Rasinger schließt daher nicht aus, dass es in diesem Zusammenhang zu einer verbotenen Ausnützung von Insiderwissen gekommen ist. (APA)

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