Zwei Verletzte bei mutmaßlichem ETA-Anschlag im Baskenland

19. Februar 2002, 14:38
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Mehrere Verletzte bei Attentat auf Jugendfunktionär der Sozialistischen Partei

Bilbao - Bei einem mutmaßlichen ETA-Anschlag sind im Baskenland zwei Menschen verletzt worden. Nach Polizeiangaben explodierte im Auto eines sozialistischen Parteifunktionärs in der Stadt Sestao Dienstag Früh eine Autobombe. Dem 26-jährigen Chef der sozialistischen Jugendorganisation musste wegen seiner schweren Verletzungen im Krankenhaus das linke Bein amputiert werden. Ein Passant wurde bei der Explosion leicht verletzt. Die Ermittler machten die baskische Untergrundorganisation ETA für den Anschlag verantwortlich. Vertreter der Sozialisten sowie des politischen Arms der ETA, Batasuna, kritisierten den Anschlag.

Sprengsatz unter Auto angebracht

Nach Polizeiangaben geschah die Explosion in der Nähe eines Supermarkts und einer Tankstelle. Der Sprengsatz sei unter dem Auto des Nachwuchspolitikers angebracht worden. Der baskische Sozialistenchef Ramon Jauregui verurteilte den Anschlag im spanischen Rundfunk als "terroristische Aggression gegen einen unserer Vertreter". "Auch wir bedauern, was passiert ist", sagte ein Abgeordneter der Batasuna-Partei, Jone Goirizelaia, nach dem Attentat.

In den vergangenen Jahren waren Mitglieder des baskischen Zweigs der Sozialistischen Partei häufig Ziel von ETA-Anschlägen. Nach Einschätzung von Jauregui versucht die Extremistenorganisation derzeit, die parteiinterne Debatte über eine Annäherung an die baskische Nationalistenpartei PNV zu beeinflussen. Diese war bei den Regionalwahlen im vergangenen Mai als klarer Sieger hervor gegangen. Die baskischen Sozialisten sind in dieser Frage seit Monaten gespalten.

Verhandlungen in Madrid über effektivere Terrorbekämpfung

Das Attentat fiel zeitlich mit Verhandlungen der PSOE mit den in Madrid regierenden Konservativen über effektivere Maßnahmen zur Terrorbekämpfung zusammen. Unter anderem sollen Gelder von Organisationen, die den Terrorismus unterstützen, eingefroren werden. Diese Maßnahme zielt vor allem auf die Batasuna-Partei.

Die ETA kämpft seit 1968 gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Bei mutmaßlichen Anschlägen der Untergrundorganisation wurden im vergangenen Jahr 13 Menschen getötet. Der letzte der ETA zugeschriebene Anschlag ereignete sich im Jänner. Bei der Explosion einer Autobombe in einem Geschäftsviertel von Bilbao wurden dabei zwei Menschen leicht verletzt.(APA)

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