Dementi-Serien folgte doch der Rücktritt

18. Februar 2002, 22:08
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Wien - Wie kaum ein anderes Regierungsmitglied der vergangenen Jahre war Infrastrukturministerin Monika Forstinger (F) fast von Beginn ihrer Tätigkeit an mit Rücktritts-Gerüchten konfrontiert. Lange hielten sich die Dementis, nach 15 Monaten war dann aber wirklich Schluss. Forstinger räumt ihren Posten und macht Platz für den ehemaligen Landeshauptmann-Stellvertreter in Kärnten, Mathias Reichhold.

11.11.00: Monika Forstinger wird von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) als neue Infrastrukturministerin und Nachfolgerin von Michael Schmid präsentiert. Forstinger sei "freiheitliches Urgestein", mit politischer Erfahrung, wirtschaftlicher Kompetenz und Teamfähigkeit, meinte die FP-Obfrau damals.

Knapp wurde es erstmals im Zusammenhang mit der nach nur wenigen Stunden zurückgezogenen Rufnummern-Verordnung:

21.2.01: Forstinger bekräftigt anlässlich ihres 100-Tage-Jubiläums im Amt bleiben zu wollen. "Rücktrittsaufforderungen an FP-Regierungsmitglieder sind nichts Neues, damit muss man leben."

22.2.01: Ein Rücktritt sei "sicherlich nicht angebracht, denn es ist kein Schaden entstanden".

Auch nach dem Sommer toben die Rücktrittsgerüchte weiter - und werden eifrig dementiert:

30.10.01: "Es bleibt dabei, und da fährt die Eisenbahn drüber: Eine Regierungsumbildung ist weder geplant noch steht sie zur Diskussion." - sagt Klubobmann Peter Westenthaler in einer Aussendung

Parteiobfrau Susanne Riess-Passer nach dem Ministerrat: "Die Frau Forstinger wird nicht abgelöst."

"Von Kärnten aus wird sie im Amte wohl gelitten", erklärt Landeshauptmann Jörg Haider.

Für sie sei "Rücktritt kein Thema", doppelt die Ministerin bei einem Brüssel-Aufenthalt nach, um wenig später in der "Presse" zu relativieren:

Ob sie bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben wolle: "Aus heutiger Sicht ja, aber ich wette auf überhaupt nichts".

6.11.01: Westenthaler bleibt dabei: Auf die Frage, ob die Ministerin bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben werde, meinte er: "So ist es. Ich habe schon öfters gesagt: da fährt die Eisenbahn drüber."

12.11.01: Riess-Passer weist in der "Pressestunde" Gerüchte über die Forstinger-Ablöse zurück. Sie habe Dinge zu Stande gebracht, die noch kein Verkehrsminister vor ihr geschafft habe. Gleichzeitig kritisiert die FP-Obfrau "den Terror, der gegen diese Frau gemacht wird, als menschenverachtend".

15.11.01: "Ich bin ein Mensch, der sich seine Entscheidungen gut überlegt. Wie komplex meine Aufgabe sein wird, war mir bewusst", dementiert Forstinger auch zum 1-Jahres-Jubiläum sämtliche Rücktrittsgerüchte.

Bei der dritten Welle wird es wirklich ernst:

15.2.02: Der "Kurier" berichtet von der bevorstehenden Ablöse Forstingers. Mathias Reichhold wird als Favorit für ihre Nachfolge genannt.

18.2.02: Die Spekulation wird Wirklichkeit. FP-Obfrau Riess-Passer dankt Forstinger für ihre Tätigkeit und verkündet in der "ZiB1" ihren Rücktritt. Matthias Reichhold wird zum Nachfolger ernannt. (APA)

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