Biotech-Tabak wartet auf Zulassung

20. Februar 2002, 12:04
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Noch in diesem Frühjahr werden in den USA "Gen-Zigaretten" über die Theke wandern - Produktion von Nikotin in den Wurzeln der Pflanze gebremst

Washington - Noch in diesem Frühjahr werden in den USA Biotech-Zigaretten über die Theke wandern. Zurzeit wartet der genetisch veränderte Tabak auf die Zulassung. Eine Studie des US-Landwirtschaftsministeriums hat nun den geringen Nikotingehalt des Tabaks und ein geringes Risiko des Saatguts für die Umwelt bestätigt. Die Zigaretten werden von der Vector-Gruppe hergestellt und über das Tochterunternehmen, die Liggett Group, vertrieben. Der Zigarettenfabrikant hat jetzt laut eines CNN-Berichtes beim Ministerium eine Aufhebung der Restriktionen über den Ort und die Art der Kultivierung des Tabakgens beantragt.

Bereits im vergangenen Sommer wurden unter der Aufsicht des Landwirtschaftsministeriums Feldversuche durchgeführt. Der Tabak ist genetisch so verändert, dass er die Produktion von Nikotin in den Wurzeln der Pflanze blockiert. So besitzt der Vector-Tabak einen Nikotingehalt zwischen 400 bis 1.000 ppm (Parts per Million). Bei herkömmlichem Tabak liegt der Gehalt zwischen 20.000 und 30.000 ppm. Wie das Unternehmen mitteilte, soll Biotech-Tabak herkömmlich angebauten Tabak nicht gefährden, da der Anbau der genetisch manipulierten Sorte separat erfolgt.

Gegner der Tabakindustrie stehen der "Light-Zigarette" skeptisch gegenüber. Die würden noch immer giftige Substanzen in hoher Menge enthalten. Auch Tabakpflanzer und Vector-Konkurrenten kritisieren das Produkt. Der Biotech-Tabak könnte zu Unkraut werden und konventionell angebauten Tabak kontaminieren. Züchter fürchten, dass dadurch die US-Exporte auf das Spiel gesetzt werden. Wo der Biotech-Zigaretten-Verkauf nach der Zulassung gestartet wird gibt Vector nicht bekannt, ebenso wenig wie den Produktnamen. (pte)

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