UNO-Berichterstatter beendet Besuch im Irak

18. Februar 2002, 18:44
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Menschenrechts-Beobachter erstmals seit 1992 wieder ins Land gelassen

Genf - Der UNO-Sonderberichterstatter für Menschenrechte im Irak hat seinen Besuch in dem Land beendet. Er wird seinen Bericht an der Jahreskonferenz der UNO-Menschenrechtskommission im kommenden Monat vorlegen, wie die UNO am Montag in Genf mitteilte. Während seines dreitägigen Besuches führte der Berichterstatter Andreas Mavrommatis Gespräche mit mehreren Ministern, Abgeordneten, religiösen Würdenträgern und Mitgliedern des Strafgerichts von Bagdad, wie das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte weiter mitteilte. Zudem kam er mit Vertretern der Kurden zusammen.

Themen der Treffen waren unter anderem Vermisste, Kriegsgefangene, Religionsfreiheit, die Rechte von Minderheiten und der Frauen sowie ökonomische und soziale Rechte. Mavrommatis nannte den Meinungsaustausch mit der irakischen Regierung über die Menschenrechte bedeutungsvoll. Er hoffe, dass der Dialog fortgesetzt werde und zu positiven Resultaten führe. Es war das erste Mal seit 1992, dass der Irak einen Berichterstatter der UNO-Menschenrechtskommission ins Land ließ.

Der zypriotische Diplomat und Völkerrechtler Mavrommatis war im Dezember 1999 zum UNO-Menschenrechts-Berichterstatter für den Irak ernannt worden, nachdem sein niederländischer Vorgänger Max van der Stoel zurückgetreten war. Van der Stoel war die Einreise von den irakischen Behörden stets verweigert worden. Die Einreiseerlaubnis für Mavrommatis hängt offenbar mit den jüngsten US-Drohungen gegen die irakische Führung zusammen. Bagdad hatte vor einigen Tagen erklärt, man sei zu einem Dialog ohne Vorbedingungen mit den Vereinten Nationen bereit.(APA/sda)

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