Causa "Rettberg" wird zur Geduldsprobe

18. Februar 2002, 21:43
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Libro: Sondergutachten für Verfahren ungenügend - Medienhandelskette will von Ex-Vorstand mindestens 7,26 Millionen Euro Schadenersatz

Wien - Die Bemühungen des im Ausgleich befindlichen Buch- und Medienhandelsunternehmens Libro, gegen den früheren, von André Rettberg geführten Vorstand, Schadenersatz geltend zu machen, dürften zu einer echten Geduldsprobe werden.

Viel Zeit

Aus dem Aufsichtsrat heißt es: Das Sondergutachten von Wirtschaftsprüfer Andreas Staribacher, das die Vorgänge bis zur Insolvenz vom Juni 2001 durchleuchtet, "reicht nicht aus". Der heutige Libro-Vorstand müsse weitere Informationen herbeischaffen, um die Chancen im Zivilrechtsverfahren gegen Rettberg, wo die Beweislast bei Libro liegt, zu erhöhen. Als Klagsvolumen wird zumindest ein Betrag von 7,26 Mio. EURO (100 Mio. S) angepeilt - was Insidern jedoch als uneinbringlich gilt. Doch bis dahin bleibt ohnedies viel Zeit.

Vorerhebungen

Die Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt befindet sich erst im Stadium der Vorerhebungen. Und bevor das Strafverfahren nicht abgeschlossen ist, Rettberg drohen theoretisch bis zu drei Jahre Haft, bleibt das Schadenersatzverfahren auf Eis. Gerichtssprecher Karl Weilinger: "Nur mit dem Staribacher-Gutachtens lässt sich kein Verfahren eröffnen. Die Sache soll sich nicht, kann sich aber lange hinziehen." (Michael Bachner, DER STANDARD, Printausgabe 19.2.2002)

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