Gesundsparen durch bessere Vernetzung

18. Februar 2002, 21:48
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Vorarlberg: Projekt "Gesundheitsfonds"

Bregenz - Vorarlberg will "Schrittmacher" bei der Reform des Gesundheitswesens sein. Mit einem "Gesundheitsfonds", der sämtliche Entscheidungs- und Verantwortungsträger in einem Gremium vereint, sollen Mittel gespart werden, ohne die Bevölkerung zur Kasse zu bitten. Vernetzung, Abstimmung und Kooperation heißen die Zauberwörter.

Die aktuelle Diskussion über die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen ist für Landesrat Hans-Peter Bischof (VP) "eine absolut einseitige und deshalb abzulehnen". Mehrkosten seien allein aufgrund der demografischen Entwicklung zu erwarten. Das Ziel könne nicht sein, Ausgaben zu verringern, sondern "die Kostensteigerungen in einem finanzierbaren Rahmen zu halten". Wie das gehen soll, will Vorarlberg mit einem Pilotprojekt zeigen.

Einsparungspotenziale

Um die Qualität der Versorgung langfristig zu sichern, müsse man nach Reserven im System suchen. Bischof, selbst langjähriger Spitalsarzt: "Im System sind genug Mittel vorhanden, die Perspektiven für die nächsten Jahre zulassen." Allein durch verbesserte Kommunikation und Abstimmung ließen sich Einsparungspotenziale von 15 bis 20 Prozent erreichen. Bischof: "Das gesamte Gesundheitswesen muss intensiv vernetzt und aufeinander abgestimmt werden." Als Beispiel für brachliegende "Effizienzpotenziale" nennt Bischof die Schnittstelle zwischen Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten. Mehrkosten durch "schlechten Informationsfluss" (Bischof) ließen sich vermeiden.

Das Pilotmodell Vorarlberg wird im Juli gestartet. Ob der landesweite Gesundheitsfonds im Rahmen der ASVG-Novelle oder über einen Zusatz zur 15a-Vereinbarung realisiert werden kann, soll bis März geklärt werden. (jub, Der Standard, Printausgabe, 19.02.02)

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