Spanien hat die höchste Frauenarbeitslosigkeit in Europa

18. Februar 2002, 18:26
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EU-Minister wollen Initiative ergreifen

Madrid - Auf der am Montag im spanischen Santiago de Compostela begonnenen EU-Ministerkonferenz über "Gewalt gegen Frauen" wollen die europäischen Minister für Gleichberechtigung, Soziales und Arbeit nicht nur einen Plan zur Bekämpfung der körperlichen Gewalt gegen Frauen in der Ehe in die Wege leiten, sondern auch der Frauenarbeitslosigkeit den Kampf ansagen. Spaniens Sozialminister Juan Carlos Aparicio wies im Fernsehen darauf hin, dass die Gewalt gegen Frauen eng mit der Ungleichbehandlung in der Gesellschaft und im Beruf zusammenhänge. Deshalb wolle er verschiedene Initiativen vorlegen, wie man die hohe Frauenarbeitslosigkeit in der EU bekämpfen könne.

Nach Angaben der spanischen Tageszeitung "El Pais" liegt der EU-Durchschnitt der arbeitslosen weiblichen Bevölkerung bei 10,3 Prozent, während nur 7,1 Prozent der Männer keiner Arbeit nachgingen. Noch drastischer sieht die Differenz bei den unter 25-Jährigen aus. 15,5 Prozent der Männer unter 25 Jahren haben im EU-Durchschnitt keine Arbeitsstelle, bei den Frauen im gleichen Alter sind es 18,5 Prozent. Österreich verzeichnet mit einem Durchschnitt von 4,6 Prozent Arbeitslosigkeit unter den Frauen und 6,4 Prozent arbeitslosen Frauen unter 25 Jahren nach Holland, Irland und England eher gute Noten.

Spanien, das unter seiner EU-Ratspräsidentschaft einen speziellen Plan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unter Frauen vorlegen will, verzeichnet die höchste weibliche Arbeitslosenquote. Die Zahl der Frauenarbeitslosigkeit ist auf der Iberischen Halbinsel doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt. Während 9,3 Prozent der spanischen Männer auf der Straße stehen, müssen 18,4 Prozent der Spanierinnen Stempeln gehen. Noch schlimmer sieht es für die unter 25 Jahre alten Spanierinnen aus: 31,2 Prozent von ihnen sind arbeitslos, aber nur 20 Prozent ihrer männlichen Mitstreiter.

Gegenüber der APA lobte Österreichs Frauenminister Herbert Haupt (F) bereits vor einigen Wochen in Madrid die Initiative der spanischen Regierung, der Europäischen Union einen Plan zur Reduzierung der Frauenarbeitslosigkeit vorzulegen. Haupt vertritt Österreich auf der zweitätigen EU-Ministerkonferenz im nordspanischen Santiago de Compostela. (APA)

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