"Entartetes" Kunstwerk kehrt in die Öffentlichkeit zurück

18. Februar 2002, 16:11
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Auch Emil Noldes "Die Tänzerin" war von den Nazis verdammt worden

Düsseldorf - Als die Nationalsozialisten im Jahr 1937 in den deutschen Museen Tausende Kunstwerke der Moderne als "Entartete Kunst" beschlagnahmten, verschwand auch "Die Tänzerin" von Emil Nolde aus den Beständen des damaligen Städtischen Kunstmuseums Düsseldorf. Nun ist die aus dem Jahr 1922 stammende Radierung des Expressionisten in das "museum kunst palast" in Düsseldorf zurückgekehrt. Für 7.670 Euro habe das Blatt durch das Museum zurückgekauft werden können, sagte Christoph Danelzik-Brüggemann, Leiter der Grafischen Sammlung, am Montag in Düsseldorf.

Es sei ein "großer Glückstreffer, wenn es gelingt, ein Werk exakt wieder zu beschaffen". Die beim Auktionshaus Lempertz in Köln erworbene "Tänzerin" habe sich 50 Jahre in Privatbesitz befunden. "Über diese Vorbesitzer wissen wir noch nichts", berichtete Danelzik- Brüggemann. Ebenso wenig darüber, was mit dem Werk zwischen 1937 und Anfang der 50er Jahre geschah.

Bis Mai wird die "Tänzerin" im Museum ausgestellt - zusammen mit dem Aktenprotokoll, in dem sich der Vermerk ihrer Beschlagnahme 1937 befindet. Damals verlor das Städtische Kunstmuseum in Düsseldorf über 536 Grafiken sowie 101 Gemälde und 10 Skulpturen.(APA/dpa)

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