Simbabwe: Oppositions-Zentrale von Mugabe-Anhängern attackiert

18. Februar 2002, 17:25
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Augenzeugen berichten über mehrere Verletzte

Bonn/Harare - Die Parteizentrale der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) in Simbabwes Hauptstadt Harare ist am Montag von Anhängern Präsident Robert Mugabes angegriffen worden. Die Übergriffe, bei denen nach Augenzeugen-Berichten mehrere Menschen verletzt wurden, ereigneten sich gegen Ende einer Demonstration von Mugabes regierender ZANU(PF)-Partei. Jugendliche schleuderten Steine und ließen Eingangstüren und Fenster zersplittern.

Zuvor hatten etwa 10.000 Demonstranten MDC-Parteichef Morgan Tsvangirai verhöhnt. Er wolle das Land an die Weißen verkaufen, hieß es in einem Spottgesang. Die Polizei stoppte sie später und dirigierte sie vom Gebäude weg.

Während in Brüssel die EU-Außenminister über mögliche Sanktionen gegen das südafrikanische Krisenland berieten, wurde der schwedische Sprecher der EU-Beobachterdelegation, Stefan Amer, von simbabwischen Behördenvertretern verwarnt. Er dürfe nichts gegen die Bestimmungen des ihm gewährten Touristen-Visums unternehmen, wurde ihm mitgeteilt. Er war vor acht Tagen gemeinsam mit dem inzwischen ausgewiesenen schwedischen UNO-Botschafter Pierre Schori eingereist. Schweden ist eins der sechs EU-Mitgliedsländer, die Präsident Robert Mugabe als Beobachter bei der Wahl am 9./10. März auf den Index setzen ließ.

Geistliche verhaftet

In der westlich von Harare gelegenen Stadt Bulawayo verhandelten am Montag Anwälte über die Freilassung von vier Geistlichen und sieben Gläubigen. Sie waren am vergangenen Samstag festgenommen worden, weil sie vor einer Polizeistation um Frieden gebetet hatten. Die Anklage lautete auf Missachtung einer Polizei-Anweisung sowie Störung des öffentlichen Friedens.

Am vergangenen Freitag war eine Kundgebung von etwa 500 Anhängern einer Bürgerrechtsbewegung in Harare von der Polizei gewaltsam beendet worden. 15 Personen wurden festgenommen; ein Teil von ihnen wurde nach Angaben der Organisation im Polizeigewahrsam attackiert. (APA/dpa)

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