Raubkunstlisten auf Internet-Datenbank "Lostart.de"

4. März 2002, 21:46
posten

Auch Museen der Stadt Wien veröffentlichen ihre Liste bei der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste

Wien - Seit 15. Februar ist in der deutschen Internet-Datenbank lostart.de (der Koordinierungstelle für Kulturverluste in Magdeburg) auch die Liste mit Nazi-Raubgut aus dem Historischen Museums der Stadt Wien abrufbar. Es handelt sich dabei um die so genannte "Vugesta-Liste", mit 148 Kulturgütern, die während NS-Zeit von der Vugesta (Verwertungsstelle für jüdisches Umzugsgut der Gestapo) erworben wurden. Über die Vugesta war von 1940 an das Umzugsgut von 5.000 bis 60.000 und die Wohnungseinrichtungen von mindestens 10.000 geflüchteten oder deportierten jüdischen Familien "verwertet" worden.

Bis dato etwa 2.200 Kunst- und Kulturgegenstände zurückgegeben

Mehr als 18.000 Erwerbungen aus der NS-Zeit sind im Historischen Museum der Stadt Wien auf ihre Herkunft überprüft worden. Nach den 1999 vom Wiener Gemeinderat beschlossenen Rahmenbedingungen für die Restitution von Nazi-Raubkunst und der Einrichtung einer Restitutionskommission sind bis dato etwa 2.200 Kunst- und Kulturgegenstände an die Erben von elf Personen zurückgegeben worden. Weit mehr Rückgaben wurden in die Wege geleitet, konnten aber noch nicht abgeschlossen werden, weil die ursprünglichen Eigentümer und/oder deren Erben nicht eindeutig identifiziert werden konnten.

Breitere Öffentlichkeit

Im September 2001 hat das Museum die Vugesta-Liste auf seiner Web-Seite museum-vienna.at ins Internet gestellt. Mit der nunmehrigen Aufnahme in die deutsche Datenbank für Kulturgutverluste - wo bereits das Joanneum Graz seine Listen publiziert hat - hofft man, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. (APA)

Die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste ist eine von den deutschen Ländern und Bund finanzierte Einrichtung beim Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
Share if you care.