"Gesundheitssystem muss erst genesen"

18. Februar 2002, 14:34
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Vorarlberger Gesundheitsreferent gegen Beitragserhöhung

Bregenz - Der Vorarlberger Gesundheitsreferent, Landesrat Hans-Peter Bischof (V), und ÖAAB-Landesobmann, Landtagspräsident Manfred Dörler, haben sich am Montag nachdrücklich gegen eine Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge ausgesprochen. Das ginge nur zu Lasten der Beitragszahler, könnte die Finanzprobleme der Krankenkassen auf Dauer aber ebenso wenig lösen wie der Vorschlag, die noch gesunden Gebietskrankenkassen (GKK) über "Kredite" an die maroden GKK zu "schröpfen", betonten Bischof und Dörler.

"Wenn wir jetzt die Sozialversicherungsgebühren erhöhen, ersparen wir dem Hauptverband eine Reform und stehen in einigen Jahren wieder vor leeren Kassen", warnte LR Bischof. Zur "Genesung und Finanzierbarkeit" des gesamten Gesundheitssystems müssten die Strukturen weiter entwickelt und die vorhandenen Sparpotenziale genützt werden. Mittelfristig sieht der Landesrat ein Einsparungspotenzial von 15 bis 20 Prozent, ohne den hohen Standard der ärztlichen und medizinischen Versorgung in Frage zu stellen.

Anlass für den Vorstoß war die Präsentation des bundesweiten Modellprojektes "Vorarlberger Gesundheitsfonds". Nach der Vorstellung des Projektes im Jänner bei Gesundheitsminister Herbert Haupt (F) und Staatssekretär Reinhart Waneck (F) rechnen Bischof und Dörler damit, das Pilotprojekt könnte nach entsprechender Verankerung im ASVG oder einer Art. 15-a-Vereinbarung in der zweiten Jahreshälfte 2002 starten und bis Ende 2004 dauern. Mit dem "Gesundheitsfonds", der im Ländle bei allen Verantwortlichen (VGKK, Ärztekammer, Gemeinden, Land) auf breite Zustimmung stoße, werde Vorarlberg in der Reform des Gesundheitswesens wieder Schrittmacher für ganz Österreich sein, ist Bischof überzeugt.

"Gesundheitspartnerschaft"

Mit dem Gesundheitsfonds komme es zu einer gesamtheitlichen Planung und Abstimmung aller Leistungsangebote im Gesundheitswesen. Ziel sei das Einbremsen der ständig steigenden Kosten. Grundsätzlich gehe es um eine "Gesundheitspartnerschaft" aller Beteiligten im gesamten Gesundheitswesen. Erst mit der Zusammenführung der gesundheitspolitischen und finanziellen Verantwortungsträger werde eine effiziente Reform möglich. Die übergreifende Vernetzung des Gesundheitswesens will Bischof über "Schnittstellenprojekte" erreichen.

Beispielsweise sollten teure Doppelgleisigkeiten bei Untersuchungen verringert oder das Entlassungsmanagement nach Spitalaufenthalten verbessert werden. Auch in der Vorsorgemedizin sieht der Landesrat Möglichkeiten. U.a. fordert Bischof vom Hauptverband, den Vorarlberger "Prostatata-Check" mit Krebs-Früherkennung mittels PSA-Bluttest (Prostata spezifisches Antigen) bundesweit als Bestandteil der Gesundenuntersuchung für Männer anzuerkennen. (APA)

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