Fischer ruft Irak zum Einlenken auf

18. Februar 2002, 14:08
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Deutscher Außenminister fordert "nachhaltigen Druck" auf Bagdad - Schröder weiß nicht von US-Militärplänen

Brüssel - Der deutsche Außenminister Joschka Fischer hat den Irak aufgefordert, die Resolutionen der Vereinten Nationen zu erfüllen und UNO-Waffenkontrollore wieder zuzulassen. Um dies zu erreichen, "bedarf es eines nachhaltigen Drucks" auf Staatschef Saddam Hussein, sagte Fischer am Montag am Rande eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel. Zur Möglichkeit, die USA könnten ihren "Krieg gegen den Terrorismus" auf den Irak ausdehnen, wollte sich Fischer nicht äußern. Entsprechende Pläne seien ihm nicht bekannt.

Der Minister betonte aber, es müsse alles getan werden, damit die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats erfüllt würden. Es müsse geklärt werden, inwieweit der Irak in der Lage sei, Massenvernichtungswaffen zu produzieren. US-Präsident George W. Bush hatte das Land gemeinsam mit Nordkorea und dem Iran als "Achse des Bösen" bezeichnet.

Schröder weiß nichts

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder rechnet nicht mit einem Angriff der USA auf den Irak. Es gebe keine Pläne für eine militärische Intervention, sagte Schröder am Montag nach einer Sitzung der SPD-Führung in Fürth. Er stütze sich bei dieser Aussage auf ein kürzliches Gespräch mit US-Präsident George W. Bush.

Es gebe keinen Grund, Bush gegenüber misstrauisch zu sein, fügte Schröder hinzu. Der Kanzler geht davon aus, dass die europäischen Verbündeten bei einem US-Vorgehen konsultiert würden.(APA/dpa/AP)

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