"Gesundes Misstrauen" bei nächtlichen Autofahrten

18. Februar 2002, 13:04
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Verkehrs-Expertin rät Frauen zu Selbstsicherheit und Zielstrebigkeit, um mögliche Angreifer abzuwehren

Wien - Wie können sich Frauen bei Autofahrten in der Nacht sicherer fühlen? Denn obwohl laut Eva Wurm, Verkehrspsychologin des ÖAMTC, das Auto jenes Verkehrsmittel sei, indem sich Frauen am sichersten fühlen, würden sie trotzdem in manchen Situationen unter Angst leiden - beispielsweise in Tiefgaragen und Unterführungen.

Auto vor Fahrrad und Öffis

Umfragen hätten ergeben, dass Frauen auch auf Grund des subjektiven Sicherheitsgefühls den Wagen nachts dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln vorziehen. Klopft etwa jemand an die Scheibe, braucht frau einfach nur nicht öffnen.

Nicht jeder, dem frau in der Nacht begegnet, ist ein potenzieller Verbrecher, so der Club. Gesundes Misstrauen und ein paar Vorsichtsmaßnahmen seien aber angebracht. Kommt frau wirklich einmal in Bedrängnis und wird von einem Fremden belästigt, müssen eindeutige Zeichen gesetzt werden, dass sie abwehrbereit ist.

Tipps der Expertin

Versucht jemand in das Auto einzudringen und reißt etwa plötzlich die Autotür auf, rät die Verkehrspsychologin: "Nerven bewahren und energisch und bestimmt sagen, was man will oder nicht will." Der Fremde sollte nicht geduzt oder provoziert werden. Von Abwehrmitteln, wie etwa Pfefferspray, hält Wurm wenig: "Die Situation könnte eskalieren, außer Kontrolle geraten, oder die Waffe gegen einen selbst verwendet werden."

Zentralverriegelung

Relativ schnell schützen können sich laut ÖAMTC Insassen von Autos mit Zentralverriegelung. Meist haben diese Fahrzeuge im Innenraum einen Panikschalter, der in Sekundenschnelle alle Türen verriegelt. Viele Typen verriegeln sich nach kurzer Fahrt selbst. Bei einem Crash gehen die Schlösser natürlich wieder auf.

Frauenparkplätze

Frauenparkplätze in Tiefgaragen sind heller beleuchtet und von Überwachungskameras leichter einsehbar. Von diesem Angebot sollten Frauen auch Gebrauch machen, hieß es. Wird in einer finsteren Tiefgarage geparkt, sollte beim Betreten bzw. beim Aussteigen aus dem Auto aufmerksam das Umfeld beobachtet werden. Der Tipp von Wurm: "Selbstsicherheit zeigen und zielstrebig seinen Weg gehen". (APA)

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