Satellitenhandy-Betreiber Globalstar ist insolvent

18. Februar 2002, 19:42
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Gläubigerschutz nach Paragraph 11 soll Weiterführung sichern

Der US-amerikanische Satellitenhandy-Betreiber Globalstar hat den Gang vor den Konkursrichter angetreten. Es sei Gläubigerschutz nach Paragraph 11 bei einem Gericht in Delaware beantragt worden, um das Unternehmen zu restrukturieren, teilte Globalstar in einer Aussendung mit. Die Geschäfte sollen nach eigenen Angaben während dieser Zeit ohne Unterbrechung weitergeführt werden. Die Zahl der Kunden sei zwar kontinuierlich auf 66.000 gestiegen, die Kosten des Schuldendienstes hätten aber die Umsätze hinter sich gelassen, heißt es weiter.

Erster Schritt

"Diese Maßnahme ist ein erster wichtiger Schritt, um eine neue Kreditwürdigkeit herzustellen", erklärte Globalstar-Boss Olof Lundberg. Es sollen neue Geschäftsfelder erschlossen und die Kundenbasis ausgeweitet werden. Ein Restrukturierungsplan werde dem Gericht vorgelegt. Im Anschluss daran plane Globalstar alle ausstehenden Aktien an Globalstar USA, Caribbean und Kanada von den bisherigen Anteilseignern Vodafone und Loral Space & Communications zu übernehmen. Auch seien Gespräche mit neuen Investoren am Laufen. In Übereinstimmung mit den wichtigsten Gläubigern werde ein neues Business-Modell implementiert, unter anderem mit Serviceleistungen zu "aggressiven Preisen" und verstärkten Marketinganstrengungen.

Olympia

In den vergangenen Monaten wurden Erfolge in Zentralasien einschließlich Afghanistan gemeldet, wo medizinische und humanitäre Programme laut Unternehmen über Globalstar-Services abgewickelt werden. Für die derzeit statt findenden olympischen Winterspiele in Salt Lake City wurden an die US-Regierung 1.000 Telefone geliefert, die der Sicherung der Spiele dienen.

Nischen

Weltweit kämpfen Satellitenhandy-Betreiber ums Überleben. Diese Unternehmen konnten nur kleine Nischen im Telekommunikationsmarkt für sich einnehmen. Der größte Konkurrent von Globalstar, Iridium, ging ebenfalls insolvent. Nach den Terroranschlägen in den USA meldete die Auffanggesellschaft Iridiums allerdings eine gesteigerte Nachfrage. (pte)

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